Rückkehr des TV-Detektivs Matula Josef Matula kehrt zurück

Ein Mann, eine Mission: Claus Theo Gärtner spielt wieder den Privatdetektiv Matula, der diesmal in einer Seniorenresidenz ermittelt.

(Foto: ZDF/Georges Pauly)

Der Privatdetektiv gehörte zu einem Fernsehen, das niemanden verstören sollte. Jetzt kommt Claus Theo Gärtner in der Rolle nochmal zurück: alt, abgebrannt - und immer noch ein Held.

Von Thomas Hahn

Beim Motiv "Wohnmobil" im Studio Hamburg ist was los. Blitze zucken, Fotografen rufen durcheinander. Gierig greifen die Bildreporter das routinierte Lächeln ab, das Claus Theo Gärtner mit großer Ausdauer zeigt. Alle Blicke sind auf ihn gerichtet, und wenig später beginnt die kleine Audienz für Fragesteller beim Schauspieler Gärtner, der in der Wirklichkeit für die Fernseh-Republik natürlich nicht der Schauspieler Gärtner ist, sondern der Privatdetektiv Matula, bekannt aus der Dauer-Serie Ein Fall für Zwei.

Vorhin schon hat die Presse-Betreuerin gesagt, dass es zuletzt eine mächtige Zahl an Interviewanfragen gegeben habe für Matula alias Gärtner. Und wenn man nun diesen kleinen Auflauf zu Ehren der altgedienten, im Grunde schon mal abgelegten Figur sieht, muss man den Eindruck gewinnen, dass es eine Art Sehnsucht gibt nach der Rückkehr Matulas auf den Bildschirm.

Im Jahr 1982, aus dem dieses Bild stammt, spielte Günter Strack (r.) Josef Matulas ersten Dienstherren, den Rechtsanwalt Dr. Renz; es folgten viele weitere.

(Foto: dpa)

Matula ist Gold wert

Ein Sender muss die Figuren feiern, für die er gerne gesehen wird. Und deshalb tut das ZDF sicher nicht nur seinem verdienten Mitarbeiter Claus Theo Gärtner, 72, einen Gefallen, wenn es jetzt einen Fortsetzungsfilm der alten Fall-für-Zwei Staffel mit Matula als alleiniger Hauptfigur produziert. Es pflegt das Inventar, das immer für eine ordentliche Quote gut ist. Es hebt einen Schatz aus dem eigenen Archiv.

So ein Serienheld wie Matula ist Gold wert im Wettbewerb um die Zuschauergunst. So viele davon gibt es schließlich nicht, die sich im Überfluss des Medien-Angebots einen Wiedererkennungswert bewahrt haben. Allein das ZDF unterhält ein ganzes Bataillon an KommissarInnen, Polizei-Sokos und sonstigen Ermittlern. Man kennt sich schon gar nicht mehr aus.

Die Dauerbrenner aus dem vergangenen Jahrtausend dagegen sind hängen geblieben im Bewusstsein, zumindest in dem der älteren Zielgruppe. Man möchte diese Figuren schon aus nostalgischen Gründen wiedersehen.

Sie sind Botschafter eines historisch gewachsenen Marktvorteils der öffentlich-rechtlichen Sender gegenüber den privaten, die schon deshalb keinen Matula haben, weil sie noch gar nicht auf der Welt waren, als dieser zu ermitteln begann. Die zuständige ZDF-Redakteurin Nadja Grünewald-Kalkofen spricht nicht umsonst von der "Marke Matula".