Kinderkanal Teure Bilanz

Kika-Star Bernd das Brot hat nichts zu lachen.

(Foto: Soeren Stache/dpa)

Durch die Korruptionsfälle bei dem Sender ist ein Schaden in Höhe von fast zehn Millionen Euro entstanden. Nach vier Jahren ist der größte Finanzbetrug in der Geschichte von ARD und ZDF nun aufgearbeitet.

Von Viola Schenz

9,966 Millionen Euro sind eine Menge Geld, besonders wenn es sich dabei um das Geld von Gebührenzahlern handelt. Auf 9,966 Millionen beziffert sich der Gesamtschaden, den korrupte Mitarbeiter des ARD/ZDF-Kinderkanals Kika angerichtet haben. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den die MDR-Intendantin Karola Wille dem Rundfunkrat am Montag präsentierte. Der MDR ist für den Kika federführend zuständig.

Vier lange Jahre hat die Aufarbeitung der Betrugsfälle gedauert. Die Millionen-Veruntreuung gilt als größter Finanzbetrug in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der frühere Herstellungsleiter Marco Kirchhof hatte zusammen mit Komplizen die knapp zehn Millionen Euro über fingierte Rechnungen abgezweigt. Mit dem Geld finanzierte der Kika-Manager unter anderem seine Spielsucht. Zehn Jahre lief das so, Kontrollen gab es offensichtlich keine, der Kika geriet immer mehr zu einem Selbstbedienungsladen für korrupte Mitarbeiter.

2,3 Millionen Euro der Gesamtsumme konnten als Schadenersatz zurückgeholt werden, sagte MDR-Intendantin Wille auf der Sitzung des Rundfunkrats in Leipzig. Gegen 20 Personen innerhalb und außerhalb des Senders seien Ermittlungsverfahren geführt worden, einige der Beteiligten seien inzwischen rechtskräftig verurteilt. Als Hauptverantwortlicher war Marco Kirchhof zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.