Hörfunktipps Diese Menschen wieder

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Für Zuneigung ist diesmal nur wenig Platz in den bemerkenswerteren Sendungen der kommenden Tage: Elfriede Jelinek überkommt Wut, Honoré de Balzac Spott und Anton Tschechow Verzweiflung, wenn sie uns die Menschen schildern.

Von Stefan Fischer

Die menschliche Komödie

Beinahe das gesamte Werk von Honoré de Balzac fügt sich zur gewaltigen comédie humaine. Dazu zählt der Roman Vater Goriot, die Geschichte eines Nudelfabrikanten, der den gesellschaftlichen Aufstieg seiner Töchter im nachrevolutionären Paris mit dem eigenen Abstieg bezahlt. In der dreiteiligen Hörspielfassung ist der im November verstorbene Hans-Michael Rehberg in seiner letzten Rolle als Goriot zu hören (DKultur, mittwochs, 21.30 Uhr). Ein Meister sozialer Dramödien war auch Anton Tschechow. Das Hörspiel Vorabend basiert auf seiner Novelle Weiberregiment (SWR 2, Sonntag, 18.20 Uhr).

Das muss jetzt mal raus!

Kann Wut produktiv sein? Elfriede Jelinek geht diese Frage mit dem erforderlichen Furor an in ihrem Hörspiel Wut. Katja Bürkle, Thomas Loibl, Stefan Wilkening und andere toben durch den Text, als Wutbürger unterschiedlicher Fasson (Bayern 2, Samstag, 15.05 Uhr). Die Frage treibt ebenfalls durch die Hörspiel-Adaption von Wolfgang Koeppens Tauben im Gras (WDR 3, Montag bis Donnerstag, jeweils 19.04 Uhr). Und ohne Wut kommt auch das Hörspiel Großes Schnarchen eines Wappentiers nicht aus, obgleich es eine Liebeserklärung ist, in Gestalt eines Comics (DKultur, Nacht zu Montag, 0.05 Uhr).

Die Kunst hat Geburtstag

Man kann das einfach mal behaupten: Dass die Kunst auf den Tag genau vor einer Million Jahren geboren wurde. Der Künstler Robert Filliou hat das 1963 getan, und seither feiert der Zusammenschluss der europäischen Klangkunst-Radioredaktionen dieses Ereignis. Ausschnitte vom Art's Birthday-Abend senden SWR 2 (Dienstag, 22.03 Uhr) sowie DKultur (Nacht zu Freitag, 0.05 Uhr). Eine schöne Lautmalerei ist auch das Hörstück Dylan denken (Bayern 2, Freitag, 21.05 Uhr).