Einsparungen bei Nachrichtenmagazin "Spiegel"-Geschäftsführer kündigt Sparkurs an

Die Spiegel-Gruppe muss sparen: Nach Angaben von Geschäftsführer Saffe kann der Abbau von Stellen dabei nicht ausgeschlossen werden. Die Qualität solle unter den Sparmaßnahmen aber nicht leiden.

Der Geschäftsführer der Spiegel-Gruppe, Ove Saffe, kündigt einen Sparkurs für sein Unternehmen an. "Wir müssen sparen und die Kostenstrukturen so gestalten, dass die Spiegel-Gruppe trotz rückläufiger Umsätze solide Ergebnisse erwirtschaftet", sagte Saffe der Süddeutschen Zeitung. Dabei schließt Saffe auch einen Stellenabbau nicht aus. Der Personalaufwand müsse reduziert werden, sagte er. Die Gruppe beschäftigt derzeit 1250 Mitarbeiter. Bei der Fernsehtochter Spiegel TV sollen bereits 40 Stellen wegfallen.

"Der Journalismus ist nicht in der Krise, sondern hat Chancen wie nie zuvor", sagte Saffe weiter. Er betonte, dass der Sparkurs nicht auf Kosten der Qualität gehen soll. "Wir können aber an vielen Stellen sparen, ohne dass es an die Substanz unserer Publikationen geht. Die Mitarbeiter der Spiegel-Gruppe genießen außerordentlich gute Arbeitsbedingungen, mit Services, hohen Sozialleistungen und einer überdurchschnittlichen Vergütung", sagte er.

Aber nur mit einem ordentlichen Ergebnis könne der Verlag sicherstellen, dass er wirtschaftlich unabhängig bleibe. "Das wiederum ist zwingend notwendig, um unser oberstes Ziel zu erreichen: die Wahrung publizistischer Unabhängigkeit und herausragender journalistischer Qualität", so Saffe. Die Spiegel-Gruppe befindet sich zu 50,5 Prozent in der Besitz einer Mitarbeiter KG, 25,5 Prozent hält Gruner + Jahr, 24 Prozent die Erbengemeinschaft Augstein.

Nach Angaben Saffes wird der Umsatz der Spiegel-Gruppe 2012 um sechs Prozent auf 307 Millionen Euro sinken, das sei das Niveau von 2003. "Die für das Printgeschäft entscheidenden Marktbereiche Anzeigen und Vertrieb sind rückläufig. Der Spiegel verliert netto rund zehn Prozent Anzeigenerlöse, selbst die Vertriebsumsätze könnten erstmals seit vielen Jahren rückläufig sein", sagte Saffe. Auch 2013 werde mit weiter sinkenden Erlösen in Werbung und Vertrieb gerechnet.

Zudem kündigte Saffe eine stärkere Kooperation zwischen dem gedruckten Spiegel und dem Online-Angebot an. "Der Spiegel und Spiegel Online werden ab sofort deutlich enger zusammenarbeiten. Über erste Schritte in diese Richtung haben die Chefredakteure Mascolo und Blumencron ihre Redaktionen zu Beginn dieser Woche gemeinsam informiert", sagte Saffe.