DuMont gegen Axel Springer "Interne Personalie" oder "Staatsaffäre"?

Das Verlagshaus DuMont geht juristisch gegen die Axel Springer AG vor - aufgrund der Berichterstattung über den beurlaubten Vorstand und Verlegersohn Konstantin Neven DuMont.

Von M. F. Serrao

M. DuMont Schauberg (Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung) geht juristisch gegen die Axel Springer AG (Bild, Welt) vor und will sich auch beim Presserat über deren Zeitungen beschweren.

Es geht um die umfangreiche Berichterstattung in den Springer-Blättern über die Kölner Verlagsgruppe und den beurlaubten Vorstand und Verlegersohn Konstantin Neven DuMont, 41. Das teilte die Kölner Verlagsgruppe nun in ihrem eigenen Boulevardblatt Express mit.

Zugleich erschien im Kölner Stadt-Anzeiger, der ebenfalls zu DuMont gehört, ein Kommentar des Chefredakteurs Peter Pauls, der Springer attackiert: Der Konkurrent fahre eine potentiell geschäftsschädigende Kampagne gegen DuMont und blase eine "interne Personalie" zur "Staatsaffäre" auf. Eine Springer-Sprecherin wies den Kampagnen-Vorwurf auf Anfrage als "absurd" zurück.

Was bei Express und Stadt-Anzeiger - deren Mitherausgeber Neven DuMont junior laut Impressum nach wie vor ist - unerwähnt bleibt, ist, dass der 41-jährige Verlegersohn sich selbst ins Gerede gebracht hat: mit schrägen Internetmeldungen ("Juhu, heute beginnt mein Urlaub") sowie mit mehreren gegen das eigene Unternehmen und den Vater Alfred Neven DuMont gerichteten Interviews - oft meldete er sich auch in der Kölner Bild zu Wort.

Bizarr an den Berichten der DuMont-Blätter in eigener Sache ist ein Zitat des Journalisten Günter Wallraff im Express. Springer, heißt es da, hätte allen Grund sich beim "Generationenkonflikt" im Hause DuMont zurückzuhalten: "angesichts des tragischen Freitodes des Sohnes von Axel Springer".