"Manic Monday" und "I don't like Mondays" war gestern. Forscher haben nun herausgefunden, welcher Tag der Woche wirklich der schlimmste ist.
So wie die Werbeindustrie den Weihnachtsmann und den Muttertag erfunden hat, will uns die Musikindustrie weismachen, dass Montag der schlimmste Tag der Woche ist. Kaum dräut eine neue Woche, muss man "Manic Monday" von den Bangles und "I don't like Mondays" von den Boomtown Rats als Endlosschleife im Radio ertragen, und man ist sich nicht sicher, ob der Montag nicht erst dadurch schlimm wird, dass man das mantrahaft vorgetragen bekommt.
Schlecht gelaunt? Dann ist höchstwahrscheinlich Mittwoch. (© Foto: iStockphotos)
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Die Mathematiker Christopher Danforth und Peter Dodds von der amerikanischen Universität Vermont haben nun errechnet, dass das Humbug ist. Es gibt ihren Studien zufolge keinen schlimmeren Tag als den Mittwoch.
Um zu der Erkenntnis zu gelangen, haben sie im Internet 2,4 Millionen Blog-Einträge über einen Zeitraum von vier Jahren ausgewertet. Dabei analysierten die Statistiker jedes Wort auf einer Skala von eins bis neun - darauf basierend, wie positiv oder negativ belegt es war. Wörter wie "super", "toll" oder "Liebe" hatten hohe Werte, "Streit", "Beerdigung" oder "Ärger" naturgemäß sehr niedrige.
Überproportional oft verzeichneten die Forscher den Gebrauch negativer Wörter an einem Mittwoch, überproportional viele positive fanden sie an einem Sonntag. Man mag von Web-Tagebüchern und Mikroblogs wie Twitter halten, was man will, der Anspruch der Forscher ist durchaus ernsthaft. Die spontane Art der Äußerung sei der Glücksforschung sehr dienlich, da sie den tatsächlichen Gemütszustand widerspiegele, erklärten sie. Und weil in den USA, wo die Häufigkeiten errechnet wurden, alle Altersgruppen bloggten, sei das Ergebnis durchaus aussagekräftig.
Der Sonntag ist nach der Auswertung der Forscher der glücklichste Tag der Woche, auch weil Blogger sich da über den Samstag unterhalten. Am Mittwoch ist das Wochenende zu weit weg - in beide Richtungen.
Auch sonst glänzt der Tag in der Mitte der Woche nicht gerade mit guten Meldungen: Arztpraxen schließen am Mittwochnachmittag, es war ein Mittwoch, an dem der FC Barcelona Bayern München viermal eins überbriet, die ICE-Katastrophe von Eschede geschah an diesem Tag, die meisten Menschen bringen sich an einem Mittwoch um, Mittwochskinder gelten als geschwätzig und dumm, wer sich mittwochs in Thailand die Haare schneiden lässt, wird als Barbar erachtet. Judas verriet Jesus an einem Mittwoch. Am Aschermittwoch ist alles vorbei.
Die meisten Mega-Jackpots in Deutschland werden mittwochs geknackt, was erst mal positiv zu vermerken ist. Statistisch gesehen sind Lottogewinner allerdings überproportional häufig unglücklich, weil der plötzliche Reichtum sie total überfordert.
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(SZ vom 26.08.2009/aro/bre)
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Und wie wird es gewertet, wenn jemand schrieb, er habe einen langen Streit endlich beerdigt? Oder wenn jemand in der Form nicht + negativ schreibt? Und wer legt fest, welche Wörter negativ sind? Hm, ich glaube, so lange nicht mehr Hintergründe beschrieben werden, könnte jeder von uns wohl eine Studie hinrotzen (letzteres Wort ist hier negativ gemeint, könnte aber bei einem Studenten, der in Zeitnot eine Arbeit fertiggestellt hat, auch positiv sein!)
Hoffentlich glauben die Wissenschaftler wenigstens selbst an das, was sie verbreiten;-)
Es ist zwar schön, wenn die Wissenschaftler so interessante Dinge herausfinden.... ;-)
aber die Frage ist ja eher:
"Warum entscheiden sich Menschen, Mittwochs unglücklich zu sein?"
Oder noch besser:
"Warum entscheiden sich Menschen überhaupt dazu, unglücklich zu sein?"
Meine Thesen hierzu habe ich im sued-cafe bereits veröffentlicht!
Lao-C