Stiftung Warentest Prüfer warnen vor schädlichem Holz-Spielzeug

Spielzeug aus Holz ist nur selten ungefährlich (Symbolbild)

Auf Aldehyde und Nonylphenolethoxylate sollten Kinder eigentlich frühestens im Chemie-Unterricht stoßen. Tatsächlich finden sich die gefährlichen Stoffe schon im Spielzeug für Kleinkinder. Im Holzspielzeug-Test der "Stiftung Warentest" fallen sieben von 30 Produkten durch.

Mein Holzhaus, meine Holzheizung, meine Holzmöbel: Der nachwachsende Rohstoff aus dem Wald hat einen guten Ruf in Zeiten, da Nachhaltigkeit und Klimaschutz an Bedeutung gewinnen. Holzprodukte gelten als umweltschonend und robust. Kein Wunder, dass Eltern auch ihre Kinder mit Holzspielzeug ausstatten. Die Kleinen sollen sich lieber mit natürlichen Holzwaren unterhalten als mit Spielwaren aus vermeintlich giftigem Plastik.

Ein Test der Stiftung Warentest bringt diese Annahme nun ins Wanken. Die Stiftung hat 30 Spielsachen aus Holz geprüft und stellt den meisten Herstellern ein schlechtes Zeugnis aus: Sieben Produkte erhalten von den Prüfern die Note "mangelhaft", neun schneiden lediglich "ausreichend" ab. Nur acht von 30 der geprüften Gegenstände erreichten im Test die Note "gut", sechs schneiden "befriedigend" ab.

Die wichtigsten Ergebnisse des Tests:

  • "Made in Germany" bietet keine Garantie für sicheres Spielzeug. Das Motorikspiel "Teich" und der Wagenschmuck "Clown" der Firma Hess setzten Kinder einer direkten Gefahr aus, kritisiert die Stiftung Warentest. Kinder könnten sich an abbrechenden Kleinteilen verschlucken - und im schlimmsten Fall sogar daran ersticken.
  • Viele Holzspielzeuge enthalten giftige Stoffe. So haben die Tester etwa im Steck-Puzzle "Saurier" von Toys "R" Us, im Holz-Puzzle "Fahrzeuge" von Happy People und in den Bausteinen "Schloss" von Heros höhere Mengen an Formaldehyd gefunden. Das Gas steht im Verdacht, Krebs zu erregen. In der Lok mit zwei Wagons der Firma Eichhorn ist beispielsweise Naphtalin enthalten und es wurden Nonylphenolethoxylate gefunden, die im Verdacht stehen, die Fortpflanzungsfähigkeit einzuschränken.
  • Wer seine Kinder schützen will, sollte laut den Testern eher unlackierte Spielzeuge kaufen und auf Prüfsiegel unabhängiger Institute achten. Das übliche CE-Zeichen zeige lediglich, dass der Hersteller sich an die gesetzlichen Vorgaben der Europäischen Union halte.

Stiftung Warentest ist mit der Kritik an Holzspielzeugen nicht alleine. Erst vor wenigen Tagen hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vor gesundheitsgefährdenden Weichmachern in Holzspielzeug gewarnt. Bei Buntstiften aus lackiertem Holz fanden die Prüfer von Bund und Ländern demnach in 21 Prozent der untersuchten Proben Weichmacher, sogenannte Phtalate.

Die ausführlichen Testergebnisse der Stiftung Warentest lesen Sie hier.