Männer haben keine biologische Uhr - oder doch? Eine australische Studie zeigt: Je älter die Väter, desto weniger intelligent der Nachwuchs.
Kinder, die von älteren Männern gezeugt wurden, sind laut einer neuen Studie weniger intelligent als Kinder jüngerer Väter.
Selbst für die Forscher überraschend: Sprösslinge älterer Väter schnitten in Intelligenztests schlechter ab (© Foto: iStockphotos)
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Er sei von dem Ergebnis der Untersuchung selbst überrascht worden, erklärte der australische Gehirnforscher John McGrath zu der am Dienstag im US-Fachblatt Public Library of Science Medicine veröffentlichten Studie.
Während frühere Studien darauf hinwiesen, dass ältere Mütter mit größerer Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich intelligente Kinder haben, sei die Wissenschaft bisher stets davon ausgegangen, dass das Alter der Väter keine Rolle spiele.
Die neuen Erkenntnisse sollten laut McGrath vor allem Männern der großen westlichen Industrienationen zu denken geben, die häufig mit ihrer Vaterschaft warteten, bis sie 40 Jahre oder älter seien.
Für ihre Untersuchung werteten australische und amerikanische Forscher unter Leitung von McGrath die zwischen 1959 und 1965 gesammelten Daten von 33.000 Kindern in den USA aus, die von Männern im Alter zwischen 15 und 65 Jahren gezeugt worden waren.
Sie fanden heraus, dass die Sprösslinge älterer Väter in Intelligenztests, die sie im Alter von acht Monaten, vier Jahren und sieben Jahren machten, in der Regel schlechter abschnitten.
Ob sie später aufholen konnten, lässt die Studie allerdings offen. McGrath vermutet, dass die negative Rolle des Alters bei Vätern mit deren Fortpflanzungsorganen zusammenhängt: Bei einem 20-jährigen Mann haben sich Spermien 150 Mal geteilt, bei einem 50-Jährigen dagegen schon 840 Mal. Diese hohe Zahl könne die Mutationen in den sich neu entwickelnden Spermien begünstigen.
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(AFP/sueddeutsche.de/mmk)
Urteil am Bundesverfassungsgericht
...wäre ich auf jedem Fall. Vielleicht wird dieses Feld ja noch weiter erforscht. An alle, die sich jetzt schon eine Runde aufgeregt haben, weil sie die Forschungsthese einfach nicht hören wollen: Da kann man doch jetzt mal nach vollziehen wie sich betroffene Eltern und vor allem Mütter gefühlt haben, denen man Jahrzehnte lang eingeredet hat, wenn ihr Kind mit Down-Syndrom geboren wurde, sei es allein die Schuld der egoitischen späten Mütter, die durch ihr zu hohes Alter allein Schuld hätten an der Behinderung ihres Kindes.
Heute weiss man, dass das so einfach gar nicht stimmt: das Alter beider Eltern zusammen entscheidet über die Gesundheit von Kindern und im übrigen kann Trisomie 21 ohne Veranlagung in der vorigen Generation überhaupt nicht auftreten.
Vor diesem Hintergrund also ein interessante Studie, weil sie besonders auf den Punkt alter Vater abhebt - der ja nicht selten so alt ist, dass die Mutter des Kindes deutlich jünger sein muss, denn mit 60 ist ja nun keine mehr gebährfähig.
Ich fand die These, die hier jemand aufgebracht hat, dass die zweite (dritte, x-te ...) Frau, die dem Mann noch mal kinder schenkt wenn er bereits alt ist, oft weniger gebildet ist als die erste Ehefrau, die an der Uni aufgegabelt wurde, ziemlich interessant. Bin gespannt auf die weitere Untersuchung der These im Bezug auf sozio-kulturelle Realitäten in D-land.
.. auch wenn mein 1ter Beitrag zensiert wurde:
1. So a Schmarrn.
2. Bitte meinen account löschen.
Danke.
Stimme auch nur teilweise zu:
1) Es handelt sich nicht um einen Versuch, sondern um eine Datenanalyse - Wir haben soviele Kinder, gibt es Unterschiede zwischen Kindern verschieden alter Väter? Da kann man recht wenig falschmachen.
2)Die 5% Signifikanz wird selten geändert, aber es kommt manchmal vor, daß 10% genommen werden - was durchaus Sinn macht, aber halt mit mehr Vorsicht zu genießen ist.
3) Hinzufügen von Parametern (z.B. Bildungsgrad älterer Väter) wäre der nächste Schritt, aber das ändert nichts an dem Ergebnis.
4) Ich kenne die Originalstudie auch nicht, frage mich aber, was man an dem Test einer Hypothese (s. 1) falschmachen kann - außer, man schließt bestimmte Bevölkerungsgruppen aus.
5) Stimme voll zu, aber die Autoren der Studie haben halt ihren "best guess" abgegeben, und dieser wird auch nur als Vermutung gemeldet.
6) Gefestigte Hinweise gibt es selten - Aber Ergebnisse wie diese sind ein Erkenntniszuwachs, den man ruhig der Öffentlichkeit präsentieren kann.
7) Klar, man fängt ja meistens mit einer Vermutung an - obwohl die Forscher wohl selber vom Ergebnis überrascht waren. Und wie in 1), es handelt sich nicht um einen manipulierbaren Versuch.
8) Jeder, der einen Computer hat, kann die Daten nochmal neu berechnen. Weniger reproduzierbar ist die Datensammlung selber, aber 33000 Daten aus der Bevölkerung finde ich ziemlich überzeugend.
Ich kann Ihnen da nicht ganz zustimmen.
1. Wird die Natur der Ergebnisse nicht selten durch die Versuchsanordnung praedeterminiert.
2. Sind wie Werte, die als signifikant angesehen werden, von Studie zuu Studie durchaus mal verschieden.
3. Kommt es häufig vor, daß bei solchen Studien auch mal Parameter vergessen oder weggekürzt werden.
4. Sieht man an einigen Details der Quelldaten und Fragestellung, daß hier nicht besonders gut gearbeitet wurde (ein "Urteil", daß ich aber mit Vorbehalt ausspreche, da ich nur den Bericht und nicht die Studie kenne)
5. Fehlt häufig - wie den Philosophen, Sozielogen oder Ethikern die anturwissenschaftliche - den Naturwissenschaftlern die überidsziplinäre Kenntnis, die es benötigt, die Studien einzuordnen und zu deuten. Ich schließe mich da mit ein.
6. Ist das sicher keine Kaffesatzleserei. Was aber nicht heißt, daß man jede Studie, erst recht solch unreflektierte Berichte, als gefestigten Hinweis bewerten sollte.
7. Spielt auch der "confirmation bias" eine Rolle. Selbst der Wissenschaftler erkennt oft, was er aufgrund seiner "Skripts" erwartet. Selbst der Wissenschaftler veröffentlicht lieber eine Studie, die seinen Erwartungen entspricht.
8. Ich finde die Studie nicht sehr weltbewegend - aber es bliebe abzuwarten, ob sie wirklich reproduzierbar ist.
Es ärgert mich echt, wie unreflektiert immer an diesen Studien rumgemeckert wird. Studien wie diese beruhen auf einem ganz einfachen, wiederholbaren (!) Prinzip. Ungefähr so: Es wird eine Verteilungskurve von Ergebnissen der Kinder jüngerer Eltern ermittelt. Die meisten haben ein Durchschnittsergebnis, über und unter dem Durchschnitt sind es weniger. Die Verteilungskurve von Kindern älterer Väter ist aber verschoben, mit niedrigerem Durchschnitt. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Kurven nur gering voneinander abweichen, läßt sich durch Vergleich der Durchschnitte und Kurvenbreiten berechnen. Nur wenn diese Wahrscheinlichkeit geringer als 5% ist (und normalerweise ist sie weit unter diesem Wert), werden solche Ergebnisse als "signifikant" angesehen. Der Unterschied existiert also tatsächlich, sonst würde er nicht gemeldet werden - und er ist interessant, oder?. Über die Gründe läßt sich selbstverständlich streiten, wie auch über die Bedeutung von Intelligenztests im allgemeinen, aber darum geht es in der Wissenschaft überhaupt - man findet einen signifikanten Unterschied und diskutiert dann anhand bereits bestehender Daten, was der Grund für den Unterschied sein könnte. Ist doch völlig ok!
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