Kinder lieben Limonade, und Eltern trösten sich oft damit, dass wenigstens ein bisschen Fruchtsaft darin enthalten ist. Doch viele Softdrinks sind mit Pflanzenschutzmitteln belastet.
Eltern trösten sich oft damit, dass wenigstens ein bisschen Fruchtsaft in Limonaden enthalten ist. Mit dem kleinen Anteil von fünf bis zehn Prozent Frucht gelangt jedoch eine verhältnismäßig große Menge an Pestiziden in die Flasche.
Softdrink-Proben aus Deutschland enthielten im Mittel das 17-fache an Gift, das im Trinkwasser erlaubt ist. (© Foto: iStockphotos)
Anzeige
Softdrinks enthalten zumeist deutlich mehr Pflanzenschutzmittel, als im Trinkwasser erlaubt ist (Analytical Chemistry, Bd.80, S.8966, 2008).
Ein Team um Antonio Molina-Diaz von der spanischen Universität Jaén untersuchte 102Softdrinks aus 15 Ländern auf einhundert verschiedene Pflanzenschutzmittel.
Die Chemiker wurden oft fündig: Etwa zwei Drittel der Proben enthielten drei oder mehr Pestizide, einige sogar bis zu sieben verschiedene Gifte. Nur in 17 Proben fanden die Forscher keine Pestizide, darunter elf aus den USA.
Die Erklärung: Diese Softdrinks enthielten keinerlei Fruchtsaft sondern stattdessen künstliche Aromastoffe. Auch Getränke aus Russland und Marokko schnitten gut ab.
Allerdings müsse man prüfen, ob dort möglicherweise noch Pestizide verwendet werden, die in der Europäischen Union verboten sind, und nach denen in dieser Studie nicht gefahndet wurde, geben die Forscher zu bedenken.
Belastete Briten und Spanier
Besonders hohe Pestizidkonzentrationen wurden in Softdrinks aus Spanien und Großbritannien gefunden, die acht Proben aus Deutschland lagen im mittleren Bereich. Beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin liegen dazu keine Informationen vor.
"Weder im Lebensmittelmonitoring noch im bundesweiten Überwachungsplan noch in der nationalen Berichterstattung zu Pflanzenschutzmittelrückständen ist das Thema bisher behandelt worden", sagt BVL-Sprecher Jochen Heimberg.
Grenzwerte für Limonaden gibt es nicht. Die gefundenen Mengen liegen unter dem, was nach EU-Bestimmungen in Früchten erlaubt ist, jedoch deutlich über dem Grenzwert von einem halben Mikrogramm Pestizid pro Liter Trinkwasser. Softdrink-Proben aus Deutschland enthielten im Mittel das 17-fache an Gift.
In Anbetracht dessen, dass Kinder etwa vier mal so viel Softdrinks trinken wie Mineralwasser, fordern die Chemiker dringend neue Sicherheitsstandards für solche Getränke. Zumal es einfach wäre, die Giftmenge zu reduzieren: Ein Großteil stammt aus der mit Pestiziden behandelten Schale von Zitrusfrüchten.
Offenbar verzichten die Getränkehersteller aus Kostengründen darauf, die Früchte vor der Verarbeitung zu waschen und zu schälen.
- Softdrinks Weiche Drinks, weiche Knochen? 08.12.2008
- Echt Bio? Bionade geht der Saft aus 14.11.2008
- Zahnschäden durch Smoothies Zucker, Säure, Smoothies 21.05.2008
- Anti-Diät-Tag Ein dickes Ding 06.05.2010
- Lebensmittelskandal Ein Pfund Lachsschinken, geklebt 13.04.2010
- Ernährung Gegen Krebs sind Vitamine machtlos 07.04.2010
- Übergewicht in den USA Fett und stolz darauf 06.04.2010
(SZ vom 17.12.2008)
Heftige Erschütterung in Norditalien
Von nichts kommt nichts! Lebensmittel Monitoring? Was ist das???
Wer die Krebsstatistik liest, deren Veröffentlichung Jahrzehnte vom Staat durch Unterlassung unterdrückt wurde, weiß was die Stunde geschlagen hat. Lesen sie die Krebsprognose der nächsten 10-20 Jahre. Das war für mich erschreckend, aber nicht verwunderlich. Ich beobachte in meiner nächsten Umgebung die Krebssterblichkeit, sie nimmt permanent zu.
Lesen sie auch die zugelassenen krebserzeugenden Nahrungsmittelbeimengungen in den Nahrungsmitteln (siehe E...-Liste), die nach dem Gesetz legal, aber in ihrer Wirkung und Kombination lebensgefährlich sind. Es ist vollkommen unsinnig diese giftigen Substanzen in die Nahrung einzufügen und wird doch jeden Tag praktiziert. Sogenanntes Fooddesign?
Dabei sind noch nicht einmal die "natürlichen" Gifte ( Unkraut und Schädlingsvernichtungsgiftrückstände) in der Nahrung berücksichtigt. Es gibt ja keine Sanktionen gegen die Hersteller dieser gesundheitsschädlichen Nahrungsmittel, das Lobby hat ja nach bestem Interesse an den Grenzwerten beratend mitgewirkt und solange unsere staatlichen Behörden nur halbherzig Nahrungsmittel überprüfen, wird es immer vom Zufall abhängen ob diese Giftinhaltsstoffe und die dazugehörigen Firmennamen veröffentlicht werden. Geldstrafen nutzen nichts, wenn man mit dem Verkauf gut verdient, können die Strafen gleich mit einkalkuliert werden. Und das Risiko der Entdeckung ist sowieso minimal und wenn schon....
Gestern Dioxin, vorgestern Uran und heute Pestizide.
Man könnte glauben, wir nehmen nur noch Gifte auf.
Also nach dem Artikel zu schliessen ist es gesünder Limonade zu trinken als Obst zu essen.
So, jetzt verschärfen wir diesen sehr schönen Beitrag noch. Folgende Punkte müssen umgesetzt werden:
1) Es wird jeder Stoff verboten.
2) Sind Nahrungsmittel belastet, dann muss der Hersteller sichdie belastenden Stoffe genehmigen lassen. Im Rahmen von Grenzenwerten können diese Stoffe genehmigt werden. Dafür werden aber Abgaben je nach Höhe der Verunreinigung erhoben.
3) Die Abgaben sind so zu halten, dass die belasteten Produkte deutlich teuerer werden.
4) Dann werden die unbelasteten Produkte billiger sein...
Angekommen? Wer mehr bezahlt, bekommt schlechtere Ware. Und der Staat hat eine weitere Einnahmequelle. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: BIO-Produkte sind dann billiger als konventionell hergestellte Produkte. Dies sollte kein schöner Traum, sondern Realität werden!
hier sieht man, wie schwachsinnig das ganze System ist.
Anstatt das Inverkehrbringen von Giftstoffen generell für *Lebensmittel* zu verbieten, wird für jede Kategorie bestimmt, was erlaubt ist und was nicht, besser gesagt es gibt immer nur Blacklisten. Anstatt den Spiess umzudrehen.
Aber nur so ist sichergestellt, dass die Bürokraten bis zum St.Nimmerleinstag Arbeit haben und der Verbraucher immer der Dumme ist.
Man stelle sich vor, das Abfeuern von Schusswaffen wäre für jede denkbare Örtlichkeit seperat geregelt: das wär' eine Gaudi.
Aba so sans, de Bürokratn.
DW
Biolebensmittel schneiden da wesentlich besser ab. Wenn sie auch nicht immer zu 100% pestizidfrei sind (Grenzwerte, schwarze Schafe), so reduziert man doch in jedem Fall die aufgenommene Giftmenge, wenn man nur Bio isst.
Paging