Bromid, Procymidon, Pyrimethanil - Lebensmittel enthalten teils wahre Giftcocktails. Experten forderten in Berlin ein globales Kontrollsystem.
In Anbetracht der Untersuchungsergebnisse dürfte Helmut Tschiersky-Schöneburg der Appetit vergangen sein. Tschiersky-Schöneburg ist Leiter des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Sein Haus hat jetzt umfassende Daten über die Giftbelastung von Lebensmitteln und Spielsachen auf dem deutschen Markt veröffentlicht.
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Der Schein kann trügen: Was so gesund aussieht, enthält oftmals einen Pestitzidcocktail. (© Foto: dpa)
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Es sind schockierende Zahlen, die er heute in Berlin vorgestellt hat. "Bei einigen Proben liegt die Belastung so hoch, dass bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind", sagte Tschiersky-Schöneburg.
Rückstände gleich mehrerer Pflanzenschutzmittel wurden in knapp 80 Prozent der getesteten Salatköpfe gefunden. Zehn Prozent der untersuchten Salatköpfe überschritten mehrere Pestizidhöchstgrenzen. In jeder fünften Probe war zu viel Nitrat gefunden worden. Nitrat wird vom menschlichen Körper in Nitrit umgewandelt und kann mit Aminen, die im Magen vorhanden sind, Nitrosamine bilden. Diese Substanzen können schon in kleinen Mengen krebsauslösend sein.
Tomaten sind nicht besser dran. In jeder zweiten getesteten Tomate haben die Forscher einen wahren Pestizidcocktail gefunden: Insgesamt 72 Giftstoffe verzeichneten die Tester. Am häufigsten Bromid, ein Rückstand des Begasungsmittels Methylbromid, das in Gewächshäusern eingesetzt wird, gefolgt von Procymidon und Pyrimethanil.
Solange die Produkte in Deutschland hergestellt werden, haben die Kontrolleure noch verhältnismäßig gute Chancen, die Produktionsbedingungen zu prüfen. Bei Waren aus dem Ausland ist das kaum möglich.
Der Krebs im Fisch
Ein Beispiel: Räucherfisch. Fast die gesamte Produktion kommt - mit 98 Prozent - aus dem Baltikum. Die Hälfte der getesteten Chargen in Pflanzenöl eingelegter Räucherfische hatte die Höchstgrenze bei Benzpyren überschritten. Benzpyren ist in geräucherten Waren, im Zigarettenrauch, in Industrie- und Autoabgasen und gegrilltem Fleisch nachgewiesen worden.
Tierversuche bestätigten den Verdacht, dass die Chemikalie krebsauslösend sei. Die Konserven waren bereits mehrfach Gegenstand von Warnungen des Europäischen Schnellwarnsystems für Lebensmittel.
Im Vergleich zu früheren Untersuchungen gibt es heute zwar weniger Produkte, die Höchstgrenzen überschritten. Dafür aber mehr, bei denen überhaupt Giftrückstände nachzuweisen seien, sagte Tschiersky-Schönburg.
Gift in der Puppe
Auch giftiges Spielzeug findet sich im Bericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz. Die gute Nachricht: Puppen für Kinder unter 36 Monaten zeigten sich als nahezu unbelastet. Allerdings: In acht Prozent der getesteten Puppen für ältere Kinder wurden gefährliche Weichmacher gefunden.
Eine von Öko-Test durchgeführte Untersuchung kommt zum selben Ergebnis: Neun von 13 getesteten Kunststoffpuppen bekamen hier eine glatte Sechs. Der Grund waren hochgiftige zinnorganische Verbindungen, die das Hormonsystem der Kinder schädigen können. Vor allem bei in China produziertem Spielzeug waren diese Weichmacher immer wieder entdeckt worden.
Tschiersky-Schöneburg fordert jetzt ein globales Kontrollsystem, auch um die illegale Einfuhr von pestizidverseuchten Lebensmitteln und giftigem Spielzeug zu unterbinden.
Es brauche zudem Höchstgrenzen der Giftbelastung, die weltweit gültig seien. "Momentan muss man sich noch auf das Verantwortungsbewusstsein der Händler verlassen", sagt Tschiersky-Schöneburg. Was offenbar nicht ausreicht: "Deutsche Importeure müssen ihr Qualitätsmanagement verbessern", fordert er.
Bis es allerdings soweit ist, bleibt dem gesundheitsbewussten Konsumenten nur eines übrig: "Bioware kaufen", lautet der Rat des amtlich bestellten Verbraucherschützers.
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(sueddeutsche.de/bilu)
Warum das Thema untergeht?
Da hängen zuviele dran, die mit dem jetzigen Zustand gutes Geld verdienen.
Nehmen Sie die Chemie, die gutes Geld, von Saatgut über Pflanzenschutz bis Arzneimittel für die Viehwirtschaft, verdienen. Den Handel der Umsätze generieren muss, jederzeit und an jedem Ort. Der Maschinenbau, das Transportgewerbe und, und, und. Und zu guter letzt der Staat, dieser unersättlich Moloch, der seine Steuereinnahmen möchte.
Carla Bruni oder so ein Bohlen die werden nur als großes Ablenkungsmanöver genommen.
Wenn Sie am Samstag die Gala der Fernsehschaffenden angesehen haben, da wurde Ihnen die geballte Kraft der Ablenkungsindustrie vorgeführt. Mit Kultur hat das nichts mehr zu tun. Und nur einer, ein 88 jähriger, traute sich aufzustehen und diese dumme und verblödete Veranstaltung anzuprangern.
Also, das Thema Lebensmittel ist nur ein Thema um Spalten zu füllen, mehr nicht.
Hallo! Eigentlich sollte es ein Menschenrecht sein,biologische Lebenmittel zu essen. Wer hat das Recht uns mit Giften zufüttern? Auch wen es nur Nanogramm von Giften sind, denke ich das unser Körper eben ein Nanokosmos ist und auf kleinste Partikel mit der Zeit reagiert.
Es ist mir völlig schleierhaft, warum dieses Thema immer nur einen Schlagzeilenartikel wert ist. Für mich ist das ein Skandal, der sich gewaschen hat. Stattdessen wird lieber noch über Carla Brunis Namensverwechslungen berichtet oder der 1000ste Reisebericht angeboten - schade.
Das Gute aber ist: Das kann man auch in kleinen Dosen (100 ml) kaufen, die relativ schnell aufgebraucht sind.
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dann ist das ganze aber bestimmt nicht mehr preisgünstig. ;-)
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vor einigen jahren hab ich öfters so kleine fläschchen mit leinöl beim kaufhof gekauft, weiß nicht mehr, wieviel da genau drin war... da gabs auch walnussöl, süßes mandelöl..etc... ... aber dann hab ich's irgendwann sein lassen, denn da hab ich jedesmal die hälfte wegkippen müssen., egal welches "spezial"-öl das auch war.
Nach meiner Information gibt es eine obligatorische Kennzeichnung des Rindfleisches (Land der Herkunft, Aufzucht, Schlachtung), die aber durch freiwillige Zusatzinformationen ergänzt werden kann. Allerdings müssen alle Angaben von autorisierter Stelle kontrolliert werden und das zusätzliche/freiwillige Kennzeichnungssystem genehmigt sein. Wer also kennzeichnen will, der darf durchaus.
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