Lebensmittel Das versteckte Phosphat

Fleisch, Wurst, Backwaren und Süßes - in vielen Lebensmitteln steckt unnötig viel Phosphat, das auf die Nieren schlagen kann.

Immer mehr Menschen in Deutschland haben zu hohe Phosphat-Spiegel im Blut. Vor allem Nieren-Patienten leiden nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten oft unter einer sogenannten Hyperphosphatämie.

Folge könnten Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Osteoporose sein. Anlässlich des Weltnierentages am 12. März fordert der Berufsverband daher eine Kennzeichnung des Phosphat-Gehalts von Lebensmitteln. Nur dann könnten Verbraucher abschätzen, wie viel Phosphat sie täglich zu sich nehmen.

Vielen Lebensmitteln werden dem Berufsverband zufolge heute Phosphat-Salze als Stabilisatoren oder Geschmacksverstärker zugesetzt. In erster Linie seien dies Fastfood- und Fertigprodukte.

So seien Fleisch- und Wurstwaren, Käse, Backwaren und Süßgetränke besonders phosphatreich. Aber auch Milch- und Getreideprodukte sowie Nüsse enthielten viel von diesen Salzen.

"In den allermeisten Fällen kann der Konsument nicht entscheiden, ob und wie viel Phosphat enthalten ist, denn die Gesamtmenge an Phosphat ist nur in den seltensten Fällen auf der Verpackung angegeben - zudem meist in Form der unverständlichen E-Nummern", kritisiert der Münchner Internist Johannes Mann.

Vor allem für Patienten mit Nierenschwäche könnten die Phosphat-Zusätze gefährlich sein. Da ihre Nieren das Blut nicht mehr ausreichend filtern, haben sie nach Angaben des Professors oft zu hohe Phosphat-Konzentrationen im Blut. Schätzungen zufolge litten 30 bis 50 Prozent der Patienten trotz Dialyse an einer Hyperphosphatämie.

Menschen mit einer chronischen Nierenschwäche sollten laut Mann täglich weniger als 0,8 bis 1 Gramm Phosphat zu sich nehmen. Der Blutgehalt sollte 5,5 Milligramm pro Deziliter nicht übersteigen.

Wenn eine angepasste Ernährung alleine nicht ausreiche, müssten spezielle Medikamente eingenommen werden, die die Phosphate im Darm binden und die Aufnahme ins Blut verhindern könnten, sagt der Internist.