Konsumverhalten von Kindern Weniger Taschengeld, große Wünsche

26 Euro pro Monat haben Kinder zwischen sechs und 13 Jahren zur Verfügung.

(Foto: dpa)
  • Im Vergleich zur letzten Befragung bekommen Kinder weniger Taschengeld. Sie geben es vor allem für Süßigkeiten aus.
  • Der Großteil der befragten Kinder hat Erfahrung mit Computern.
  • Zugleich werden gedruckte Zeischriften und Bücher intensiv genutzt.

Worum es bei der Studie geht

Wie nutzen Kinder Computer, Tablets und elektronische Geräte? Welche Medien nutzen sie? Womit spielen Kinder zwischen sechs und 13 Jahren? Wie viel Taschengeld haben sie zur Verfügung und wofür geben sie es aus?

Antworten auf diese Fragen will die sogenannte "Kids Verbraucheranalyse" (KidsVA) liefern. Sie wird jedes Jahr von der Egmont Ehapa Media GmbH herausgegeben, einem Verlag, der sich auf Comic- und Jugendzeitschriften spezialisiert hat.

Für die repräsentative Studie haben die Marktforscher in deutschsprachigen Haushalten knapp 2500 Doppelinterviews geführt - mit je einem Kind zwischen sechs und 13 Jahren und einem Elternteil. Außerdem gibt es 600 Interviews mit Eltern von jüngeren Kindern im Alter von vier oder fünf Jahren.

Die erhobenen Daten sind interessant für Marketing-Experten und Werbeindustrie. Schließlich sind Kinder eine wichtige Zielgruppe, denn ihre Konsumwünsche sind leichter beeinflussbar als die von Erwachsenen.

Ergebnisse der Studie im Überblick:

Taschengeld und Sparen

  • Das durchschnittliche Taschengeld der sechs- bis 13-jährigen Kinder liegt bei 26,35 Euro. Bei der Erhebung von 2014 waren es noch 27,50 Euro, 2013 sogar noch mehr. "Vielleicht ist ein Limit erreicht", sagt Ralf Bauer, der Leiter der Studie. Eine anderer Grund wäre für Kinder positiver: Möglicherweise spendierten die Eltern ihnen häufiger Kinokarten oder andere Unternehmunge, so dass das Taschengeld länger vorhalte.
  • Die jüngeren Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren verfügen über 18,13 Euro, die älteren Kindern im Alter von zehn bis 13 Jahren über 33,34 Euro. Immerhin 63 Prozent der Vier- bis Fünfjährigen bekommen Taschengeld, im Mittel sind es 12,78 Euro.
  • Viele Kinder bekommen auch zu ihrem Geburtstag, zu Weihnachten oder zu Ostern Geldgeschenke. Im Durchschnitt sind es 189 Euro pro Jahr.
  • Die Kinder geben ihr Geld vor allem für Süßigkeiten aus. 63 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen kaufen sich Schokolade, Kekse oder Kaugummi. In den Top Ten der wichtigsten Ausgaben sind auch Zeitschriften, Magazine, Comics (Platz zwei), salzige Knabbersachen (Platz sechs) und Sticker und Sammelkarten (Platz acht) vertreten.
  • 60 Prozent der Kinder sparen zumindest einen Teil ihres Geldes, zum Beispiel, um sich Smartphones, Spielzeug, Konsolenspiele oder Kleidung zu kaufen. Den Eltern zufolge liegen auf den Sparkonten der Kinder im Durchschnitt 738 Euro.

PC, Tablet und Internet

  • 82 Prozent der befragten Kinder haben Erfahrung mit Computern. Während der Anteil bei den jüngeren Kindern bis neun Jahren bei 66 Prozent liegt, sind die älteren von zehn bis 13 Jahren fast alle (96 Prozent) bereits mit PC, Laptop oder Tablet in Berührung gekommen.
  • Meist können die Kinder auf den Familien-PC oder das gemeinsame Tablet zugreifen. 78 Prozent von ihnen nutzen Computer auf diese Art. Nur 42 Prozent verfügen über ein eigenes Gerät, darunter kann auch ein spezieller Lerncomputer fallen.
  • Bei den älteren Kindern (zehn bis 13 Jahre) haben 95 Prozent Zugang zum Internet, bei den jüngeren Kindern (sechs bis neun Jahre) sind es nur 54 Prozent. Bei den Vier- bis Fünfjährigen immerhin bereits 27 Prozent.

Handys und Smartphones

  • 56 Prozent aller befragten Kinder besitzen ein Mobiltelefon. In der Altersgruppe der Sechs- bis Neunjährigen liegt der Anteil bei 31 Prozent, in der Gruppe der Zehn- bis 13-Jährigen bei 80 Prozent.
  • Nur etwa die Hälfte (51 Prozent) der Handys und Smartphones sind Neugeräte.

Zeitschriften und Bücher

  • Lesen ist bei den Kinder eine sehr beliebte Freizeitaktivität. 88 Prozent aller Kinder lesen mindestens einmal pro Woche.
  • Trotz des stetig wachsenden digitalen Angebots werden gedruckte Zeitschriften und Bücher von Kindern intensiv genutzt. 78 Prozent der sechs- bis 13-Jährigen lesen mindestens einmal pro Woche in einem Buch. Ein fast genauso großer Anteil (73 Prozent) nutzt im gleichen Zeitraum mindestens eine Kinderzeitschrift.
  • Elektronische Bücher spielen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich zwölf Prozent der befragten Kinder nutzen sie regelmäßig.
  • Die Grundlage für die spätere Lesefreude wird bereits bei den Vorschulkindern gelegt. Den Eltern zufolge bekommen 92 Prozent der Vier- und Fünfjährigen mindestens einmal wöchentlich ein Buch oder eine Zeitschrift vorgelesen oder beschäftigen sich selbst damit.

Klassisches und elektronisches Spielzeug

  • 85 Prozent der Kinder nutzen digitale Spiele. Dazu gehören Konsolenspiele, kostenlose Online-Games oder Spiele-Apps auf Tablet oder Smartphone. In 66 Prozent aller befragten Haushalte gibt es eine oder mehrere Spielekonsolen.
  • Doch auch klassisches Spielzeug findet sich in den meisten Kinderzimmern. So gibt es Brettspiele, Puzzle, Kartenspiele oder Spielkästen wie Playmobil oder Lego in mindestens 80 Prozent aller Haushalte.
  • Für klassische Spielwaren geben Eltern nach eigenen Angaben pro Jahr durchschnittlich 123 Euro aus, für elektronische Spiele 118 Euro.

Wunsch nach Markenprodukten

  • Kinder legen vor allem bei Handys, Kleidungsstücken, Spielkonsolen sowie Taschen und Rucksäcken großen Wert auf Markennamen. Für 72 Prozent der Zehn- bis 13-Jährigen ist es zum Beispiel wichtig, dass Sportschuhe von einem bestimmten Hersteller kommen. Bei Müslu oder Cornflakes ist die Marke dagegen nur für 45 Prozent von Bedeutung.