"Was schiefgehen kann, geht auch schief" - vor 60 Jahren formulierte Edward Murphy diesen Satz. Philosoph Ulf Heuner über eine Welt voller Missgeschicke, und wie man darin überlebt.
"Was schiefgehen kann, geht auch schief" - vor 60 Jahren formulierte Edward Murphy diesen denkwürdigen Satz. Der Philosoph Ulf Heuner hat ein Buch darüber geschrieben, wie man in einer Welt voller Missgeschicke überlebt.
Wenn ein Nutellabrot herunterfällt, fällt es meistens aufs Gesicht. Bei Menschen ist das ganz ähnlich - auch bei Edmund Stoiber. Schließlich gilt Murphys Gesetz: Was schief gehen kann, geht auch schief. (© Foto: dpa)
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sueddeutsche.de: Ist Ihnen heute schon das Butterbrot auf die Butterseite gefallen?
Ulf Heuner: Nein, bislang ging alles gut. Aber es ist ja noch früh am Tag.
sueddeutsche.de: Haben Sie ein Buch über Murphys Gesetz geschrieben, weil Sie ein Pechvogel sind?
Heuner: Mich trifft es nicht häufiger als andere. Aber Vorsicht: Man muss unterscheiden zwischen einem Missgeschick und Pech. Pech ist etwas, was uns von außen zufällt. Denken Sie zum Beispiel an einen Mann, der einen Spaziergang machen will, und plötzlich fängt es an zu regnen. Er geht wieder ins Haus, holt einen Schirm, und in dem Moment, in dem er wieder rauskommt, hört es auf zu regnen. Er faltet den Schirm zusammen - und da trifft ihn ein Vogelschiss auf den Kopf. Hier gilt nicht Murphys Gesetz, sondern die Regel "Shit Happens". Pech gehabt.
sueddeutsche.de: Was genau besagt Murphys Gesetz - und wer war dieser Mensch, der hinter diesem Gesetz steckt?
Heuner: Edward A. Murphy war ein Ingenieur auf einer amerikanischen Air Force Base. Er war an verschiedenen Versuchen beteiligt. Einem der Techniker sind ständig Fehler unterlaufen. Da soll Murphy über ihn gesagt haben: "Wenn es eine Möglichkeit gibt, etwas falsch zu machen, wird er sie finden." Diesen Ausspruch hat ein Pressereferent bei einer Konferenz leicht abgeändert wiedergegeben: "Was schiefgehen kann, wird schiefgehen."
sueddeutsche.de Warum passieren Missgeschicke?
Heuner: Sie folgen bestimmten Regeln. Es gibt eine Art Pannenlogik. Erste Missgeschicksregel: Wir haben einen Körper. Und der lässt uns stolpern, rutschen und in der Öffentlichkeit aus Versehen pupsen. Er will einfach nicht immer so, wie wir wollen. Regel Nummer zwei: Wir sind nicht allein, und der Mitmensch wird schnell zum Problem. Wir sind den Handlungen der anderen ausgeliefert. Und noch so ein Problem ist, dass zwei Körper sich nicht zur selben Zeit am selben Ort aufhalten. Einer muss nachgeben. Zum Beispiel bei einem Unfall.
sueddeutsche.de: Was können wir denn dagegen tun, dass immer wieder Dinge schiefgehen?
Heuner: Theoretisch müssten wir Handlungen jeglicher Art vermeiden. Aber da würden wir einiges verpassen und das wäre ganz schön langweilig. Also müssen wir lernen, mit kleinen Missgeschicken umzugehen.
sueddeutsche.de: Wie soll das gehen?
Heuner: Ganz einfach - harmlose Missgeschicke sind doch eine sehr heitere Angelegenheit. Über nichts kann man mehr lachen, als über ein Missgeschick, das einem selbst oder einem Freund passiert ist.
sueddeutsche.de: Schadenfreude über die Missgeschicke anderer soll die Lösung sein?
Heuner: Es geht nicht um Schadenfreude - sondern um ein sympathisches Mitlachen. Dabei wird einem bewusst, dass der andere auch nur ein Mensch ist. Als Edmund Stoiber mal auf dem Weg zu einer Redekanzel über eine Stufe gestolpert ist oder Peter Struck vor laufender Kamera gegen eine Glasscheibe lief, das waren schon komische Momente. Außerdem bietet Murphys Gesetz die Möglichkeit, aus den eigenen Fehlern zu lernen.
sueddeutsche.de: Sie haben Ihr Buch "Das erste Überlebenshilfebuch" genannt. Was ist daran anders als bei anderen Ratgeberbüchern?
Heuner: Die meisten Ratgeber zeichnen alles rosarot. Ich male eher schwarz - ich möchte die schonungslose Wirklichkeit vermitteln und zeigen, was alles schiefgehen kann. Außerdem kann ein Missgeschick auch glückhafte Momente bedingen - denken sie nur an die Entdeckung der Röntgenstrahlen. Das war das Produkt eines Missgeschicks.
sueddeutsche.de: Gelingt es Ihnen selbst, Ihre eigenen Missgeschicke so locker zu nehmen?
Heuner: Nicht immer - ich kann mich auch richtig aufregen, wenn Murphy mal wieder zuschlägt.
sueddeutsche.de: Was war Ihr blödestes Missgeschick?
Heuner: Ich sollte zum Abschluss eines Sprachkurses eine Flasche Wein für den Lehrer besorgen. Auf dem Weg ins Klassenzimmer glitt mir die Tüte mit der Flasche aus den Händen und zerbrach. Da fiel mir ein, dass auf dem Rücksitz noch eine Flasche lag, die ich für mich gekauft hatte. Ich öffnete die Türe - da kam mir die Flasche schon entgegen und krachte auf den Boden. Das war unvermeidbar. Damals hab ich mich richtig aufgeregt. Aber heute kann ich darüber lachen - und habe eine gute Geschiche zu erzählen.
sueddeutsche.de: Und was ist nun mit dem Butterbrot - fällt es wirklich immer aufs Gesicht?
Heuner: Es gibt dazu immer wieder Versuchsreihen. Man hat vermutet, dass die Butter die Rotation des Brotes beeinflust, und die Fallhöhe eine Rolle spielt. Mich interessiert aber eher, warum wir das Butterbrot überhaupt fallen lassen. Missgeschicke sind ein zutiefst menschliches Phänomen - und werden immer einen geheimnisvollen Charakter behalten.
Das Buch "Patzer, Pannen, Missgeschicke - Das erste Überlebenshilfebuch" von Ulf Heuner ist im Klett-Cotta-Verlag erschienen.
Und was war Ihr blödestes Missgeschick? Schreiben Sie uns über Ihre Erfahrungen mit Murphy!
(sueddeutsche.de/vs/jja)
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Das Pech-Beispiel ist eigentlich keins. Es ist lediglich mangelnde Vorsicht und verlernte Naturbeobachtung. Die Regenneigung und auch den Vogel kann man leicht bemerken. Wäre ein Geldschein dahergeflogen, wäre er wohl leichter bemerkt worden;-)
Dass ein Toast immer mit der Butterseite nach unten auf den Teppich fällt, hat nichts mit Murphy zu tun (dass er überhaupt runterfällt, dagegen schon). Mit einfachen physikalischen Überlegungen kann man nämlich zeigen, dass ein Toast, wenn er vom Tisch fällt, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf die Butterseite fallen _muss_.
Dazu braucht man nur ein paar plausible Annahmen (ich spare mir hier eine detaillierte Rechnung): Meist hält man einen Toast beim Essen so, dass die Butterseite nach oben zeigt. Wenn einem der Toast aus der Hand fällt, dann nicht gerade, sondern er "kippt" -- er hat also eine gewisse Drehung. Aus der Größe des Toasts lässt sich ein bestimmtes Trägheitsmoment und daraus eine bestimmte Drehgeschwindigkeit bestimmen; aus der durchschnittlichen Höhe eines Tischs berechnet man die Fallzeit bis zum Boden. Wenn man dann alles zusammentut, dann kommt man darauf, dass der Toast während des Falls gerade etwas mehr als eine halbe Umdrehung vollführt -- die Butterseite ist unten. Erst wenn der Toast aus über 2 m Höhe herunterfällt, hat er die Chance für eine ganze Umdrehung -- erst dann bliebe also der Teppich leidlich sauber.
Wer experimentell veranlagt ist oder unternehmungslustige Kinder hat, kann dazu ja mal Versuchsreihen starten...
Das Interessante an Murphys Law ist dass es selbst auf Murphys Law angewandt werden kann, da es regelmäßig falsch zitiert wird.
Murphy war ein Offizier der amerikanischen Luftwaffe und verantwortlich für die Wartung der Flugzeuge. Er hat zu den Monteuren folgenden Satz gesagt: Was schief gehen wird auch schief gehen, irgendwann. Also passt auf dass nichts schief gehen kann. Heute wird dieses halbe Zitat als eine Entschuldigung für eigene Fehler genutzt, von Murphy war er angedacht als eine Warnung dass keine Fehler passieren.
Ich kenne die Geschichte mit Murphys Law etwas anderes. Nicht so fatalistisch wie von Herrn Heuner beschrieben, sondern als notwendiges Instrument für den Ingenieur.
Wenn man ein System betrachtet, kommt es eben nicht nur auf die Funktion im Normalfall an, sondern auch im Fehlerfalle, denn was schiefgehen kann geht auch schief. Heutzutage ist daraus Risikomanagement geworden. Schlimm ist nämlich nicht wenn das Butterbrot auf die Butterseite fällt, sondern wenn es dabei den teuren Teppich versaut kurz bevor die Angebetete kommt (oder so)
Murphys Law ist die Aufforderung an die Ingenieure Fehlertoleranz in ihre Systeme einzubauen...
Die Art, wie wir die Wirklichkeit wahrnehmen, diktiert alles, was wir in unserem Leben erfahren. Wie können wir wissen, dass wir eigentlich etwas vermissen, was unsere Erfahrungen in dieser Welt verbessern könnte?
Zeigen uns unsere fünf Sinne wirklich ein Bild unserer Welt? Die Wissenschaft hat schon längst bewiesen, dass dem nicht so ist. Es ist uns klar, dass es zahllose Details um uns herum gibt, die wir einfach nicht wahrnehmen. Was also erfassen wir tatsächlich?
Unsere eigene Interpretation der Realität
Zunächst wollen wir uns daran erinnern, wie unsere fünf Sinne arbeiten. Zum Beispiel der Gehörsinn: Es scheint, als würden Schallwellen auf unsere Ohren treffen und irgendwie in unser Gehirn gelangen. Doch weit gefehlt!
Wenn eine Schallwelle unsere Ohren trifft, wird sie sofort durch das Trommelfell gestoppt. Der Kontakt erzeugt Vibrationen, die, umgewandelt in elektrische Signale, ans Gehirn weitergeleitet werden. Anschließend interpretiert unser Gehirn diese Signale als Geräusch, und wir glauben, etwas von außerhalb gehört zu haben.
Unsere Augen funktionieren gleich. Das Licht selbst betritt niemals das Gehirn, sondern es wird durch die Netzhaut gestoppt, die eine Art Filter innerhalb des Auges bildet. Die Netzhaut wandelt das Licht wiederum in elektrische Signale um und leitet sie via Sehnerv ins Gehirn weiter. Das Gehirn erschafft ein Bild und wieder glauben wir, etwas von außerhalb wahrzunehmen.
Wenn wir uns diesen Vorgang genau ansehen, erscheint vor uns ein Rätsel: Das Bild, das unser Gehirn malt, ist ausschließlich unsere eigene Interpretation eines äußeren Reizes und bei Weitem nicht das äußere Ereignis selbst. Wie können wir also annehmen, unsere Interpretation sei dasselbe wie das Ereignis selbst?
Egal was wir durch unsere Sinne erfahren, die Realität außerhalb von uns ist nur eine durch unser Gehirn verursachte Deutung aller Daten, die wir gesammelt haben.
Alles, was wir sicher behaupten können, ist folgendes....... weiter unter
http://www.kabbalahblog.de/alles-ist-eines-eines-ist-alles/#more-473
Celine Polo
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