Lügen macht keinen Spaß, hat Tiger Woods gelernt. Bei seiner ersten Pressekonferenz war er deshalb ganz ehrlich: Er will die US-Masters in Augusta gewinnen - ohne Elin.
Geliebte hin oder her, für seine wahren Fans ist er immer noch der König unter den Golfspielern: Tiger Woods wurde in Augusta, wo er nach fünfmonatiger Pause mit Eheproblemen und Sexskandalen an den US-Masters teilnehmen wird, herzlich empfangen. "Die Zuschauer hätten nicht netter sein können", freute sich der 34-Jährige am Ostermontag.
Tiger Woods bei seiner ersten Pressekonferenz seit dem Ehebruch-Bekenntnis. Er wirkte gelöst. (© Foto: Reuters)
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Etwas Ermutigung schadete dem Golfprofi sicher auch nicht, schließlich hatte er sich für den Nachmittag vorgenommen, sich erstmals nach seiner Ehekrise den Fragen der Journalisten zu stellen. Die waren in Scharen angereist: 120 Kollegen zählte der Reporter des Guardian, die New York Times schrieb gar von 200 Journalisten. Unter ihnen waren auch Korrespondenten der Blätter vertreten, die den Skandal aufgedeckt hatten. Es war also nicht zu erwarten, dass die Fragen freundlich ausfallen würden.
Tiger Woods, dessen Sexsucht Golf-Fans und Gazettenleser auf der ganzen Welt in den vergangenen Monaten beschäftigt hatte, nahm dieses Mal kein Blatt vor den Mund. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Bekanntwerden seiner außerehelichen Affären hatte er noch jegliche Fragen verboten und lediglich eine vorformulierte Botschaft vorgelesen. Nun, bei der ersten Pressekonferenz, drückte er sich nur einmal vor einer Antwort: Bei der Frage, warum er sich in Therapie begeben hatte. "Das ist Privatsache", sagte er knapp.
Ansonsten aber ging er in die Offensive: "Ich war's", sagte er, frei von der Leber weg. Er übernehme die volle Verantwortung für sein Handeln. "Ich hab mich und andere belogen. Dass ich Golfturniere gewonnen habe, bedeutet nichts", gab er sich reuig.
"Die Art und Weise, wie ich gedacht habe, hat den Menschen, die ich liebe, so viel Leid zugefügt", gab Woods zu - seiner Frau, seinen Kindern, seiner Mama, der Familie seiner Frau. Und natürlich den Fans, bei denen er sich extra entschuldigte.
Er habe viele Menschen belogen. Mehr noch: Er habe eine Lüge gelebt. Und "wenn man eine Lüge lebt, macht das Leben keinen Spaß", verkündete Tiger Woods bei der Pressekonferenz. Er habe in dieser Zeit zwar viele Golfturniere gewonnen - das habe ihm aber überhaupt keine Freude gemacht.
Nach dem Bekanntwerden seiner zahlreichen außerehelichen Affären hatte sich der Vater von zwei Kindern in Therapie begeben - 45 Tage lang habe er dort sein Leben betrachtet, "mit hartem Blick".
Mit Erfolg: In der Klinik sei er ein besserer Mensch geworden, versicherte er. Ganz fertig sei er aber noch nicht mit dem Projekt, ein besserer Mensch zu werden: Er arbeite jeden Tag daran, das sei die Hauptsache. Wenn er auf dem Weg dahin ein paar Turniersiege einfahre: "Sei's drum".
Auch wenn sportliche Erfolge in seinem neuen Leben offenbar nur noch eine ganz geringe Priorität haben, sagte Tiger Woods: "Ich bin hier, um zu gewinnen." Allerdings ohne seine Frau. "Elin wird nicht kommen", gab Woods bekannt.
Völlig makellos ist das Comeback des reuigen Tigers also nicht - seine Familie ist offenbar noch nicht völlig davon überzeugt, dass Woods ein so guter Mensch geworden ist, wie er von sich selbst behauptet.
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(sueddeutsche.de/pfau/leja)
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Wäre doch reine Verschwendung, wenn sich ein so attraktiver und potenter Mann nur einer Frau hingäbe. Was soll denn da geheilt werden in dieser Klinik? Wünschenswert wäre außerdem, dass er seine Gene gut verteilt. Wäre doch ein Segen. Was überall als Sexsucht bezeichnet wird, das war doch für uns 68er ganz normal. Nur brauchten wir nicht zu lügen. Die Bigotterie war noch nicht rübergeschwappt. Wenn so ein attraktiver Mann, wie der TW durch die Welt jettet und sich (verständlicherweise) vor Angeboten nicht retten kann, dann ist das doch ganz normal, dass er sich das nicht entgehen lässt. Und was kümmert's seine Frau zu Hause? Schließlich nutzt er sich ja dabei nicht ab, wie viele zu glauben scheinen. Wäre es so, dass er sich aus dem Haus schliche, um eine Andere zu besuchen, oder auch nur zu suchen, so müssten sich die beiden Gedanken machen - aber auch nur die.
Weil aber unsere Medien sich alle Mühe geben uns eine amerikanische Bigotterie, unterzujubeln, erfahren wir alles mögliche, was uns nichts angeht und was uns auch nicht interessiert.
Wow! TW wird sich bessern und weiter brav seine kleinen Bällchen in kleine Löcher schlagen. Das ist die Meldung auf die Deutschland gewartet hat. Gratulation zu dieser journalistischen Meisterleitstung!
Na - hoffen wir, das Herr Woods das alles auch so meint, mit dem Besserwerden, und das er es schafft - für sich, seine Frau und vor allem seine kleinen Kinder.