Den Babys von heute geht's gut. Sie dürfen "Banane und Pfirsich in Apfel" oder "feines Gemüse mit Reis und Bio-Rind" genießen. Früher war das anders.
Moderne Babys haben es richtig gut. Zwischen dem fünften und siebten Monat können sie zum ersten Mal Karotten und Kartoffeln in pürierter Form essen. Ein Genuss für das von süßlicher Muttermilch gelangweilte Kind. Langsam gewöhnt es sich an die Kost der Großen und genießt bald "Kartoffeln, grüne Bohnen und Bio-Lamm" von Onkel Hipp. Doch die Zeiten für Babys waren nicht immer so rosig.
Die Geschichte der Babynahrung reicht bis in die Steinzeit zurück. Früher kauten die Mütter das essen noch vor, heute kaufen sie das Püree im Glas. (© Foto: istock)
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Vor rund 6000 Jahren wurden die Kinder erst nach fünf bis sieben Jahren vollständig abgestillt. Das können Anthropologen heute anhand von Skelettfunden belegen. Das ständige Umherwandern ihrer steinzeitlichen Eltern zerrte auch an der Nahrungszufuhr der Kinder. Keine Zeit, keine Tiere, keine zusätzliche Babynahrung.
Erst zu Beginn der Jungsteinzeit, 4000 Jahre vor Christus, wurden die Eltern sesshaft und die Stillzeit hatte nach zwei Jahren ein Ende. Aus Hörnern von Schafen, Ziegen und Ochsen wurde den Kleinen Tiermilch eingeflößt. Bis sie auch dafür zu alt waren und Mama sie mit vorgekautem Essen satt machte.
Die Kinder der Antike hatten es bei den Ammen besser, die versorgten sie vertraglich geregelt bis zu ihrem sechsten Monat und dem ersten Zahn mit eigener Milch. Anschließend bekam das Kleinkind anderthalb Jahre lang Milch von Tieren. Eier, Obst und Gemüse wurden erst später zugefüttert. Im Mittelalter stillten die Mütter ihre Säuglinge wieder zwei Jahre lang. Mehlbrei und Brotsuppe waren danach die einzigen halbfesten Ergänzungen.
Im 19. Jahrhundert verzichteten viele hart arbeitende Frauen komplett auf das Stillen - auch weil es als unschicklich galt. Viele Kinder wurden mit Zuckerwasser und einem dicken Milchbrei gefüttert, der oft schon sauer vergoren war.
Selbst auf Kuhmilch musste das hungrige Kind verzichten. Die wurde lieber zu Käse verarbeitet und gewinnbringend verkauft. Biersuppe mit Butter und Zucker oder süße Molken, mit frischer Milch und gequirltem Ei, waren die einzigen Baby-Delikatessen dieser Zeit.
Justus von Liebig bereitete dem Baby-Einheitsbrei 1865 zwar kein Ende, dafür aber den Weg in ein neues Zeitalter - dem Zeitalter der Fertignahrung. Mit der "Suppe für Säuglinge" - einem Milchpulvergemisch, das mit heißem Wasser angerichtet wurde, begeisterte er Millionen.
Henri Nestlé tat es ihm gleich, mit einer Rezeptur aus kondensierter Milch. Milupa und Alete sind seit den 30er Jahren nicht mehr wegzudenken. Seit 1958 steht Claus Hipp "mit seinem Namen" für industriell produzierte Babykost - dem Gemüse im Gläschen.
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(sueddeutsche.de/bre/mmk)
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Muttermilch war gestern - MuttermilchKÄSE ist heute! mal was anderes:
http://www.babylog.at/2011/allgemein/delikatesse-muttermilch-kase/
...Muttermilch war gestern - MuttermilchKÄSE ist heute! ... mal was anderes...
http://www.babylog.at/2011/allgemein/delikatesse-muttermilch-kase/
na zum Glück gibt es auch Hebammen, die sich individuell auf die Situation von Mutter und Kind einstellen und nicht nur stumpf Stillpropaganda verbreiten. Wobei ich immer noch nicht verstehe, inwieweit Stillen und Gläschen sich ausschließen. Die meisten stillen doch parallel zum Brei weiter. Und ich tu halt weder noch...
Ich bin schier sprachlos über den grade gelesenen Artikel.Wir Hebammen mühen uns ab,die beste und gesündeste Ernährung der Kinder(das Stillen!!!) den Eltern ans Herz zu legen und dann erscheinen solche inkompetenten Artikel,die nichts anderes bezwecken,als Werbung für die Industrie zu machen.Das Wohl der Kinder ist auf der Strecke geblieben.Es wäre angebrachter wenigstens Menschenverstand einzusetzen,als einfach den Firmen nach dem Mund zu reden!
Den ersten Kommentar kann ich nur unterstützen!
"Der Babynahrungskonzern Hipp wird nicht mehr behaupten, "das intensive Wachstum des Babys fordert nach dem vierten Monat die Erweiterung des Speiseplans um Fleisch-/Gemüsemahlzeiten, den Menüs". Mit diesem Satz hatte der Konzern Produkte wie sein püriertes "Bio-Putenfleisch" beworben, zum Ärger der Bremer Verbraucherzentrale. Die wollte das Unternehmen gerade auf Unterlassung verklagen, da gab der Konzern nach und übermittelte per Fax von selbst eine entsprechende Erklärung.
Mit seiner Werbung stand Hipp im Widerspruch zu allem, was einschlägige Institutionen empfehlen. Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung über das Bundesinstitut für Risikoforschung, die Nationale Stillkommission bis hin zur Weltgesundheitsorganisation: Alle sind sich einig, dass eine Mindest-Stilldauer von sechs Monaten die beste Voraussetzung für eine optimale Nährstoffversorgung und die Vermeidung von Allergien, der Glutenunverträglichkeit Zöliakie und Diabetes darstellt"
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