Zadie Smith im Interview "Ich fühle mich manchmal besiegt"

Zadie Smith wurde 1975 in London als Tochter eines englischen Verkäufers und einer Sozialarbeiterin aus Jamaika geboren. Nach dem Studium in Cambridge und der Veröffentlichung von mehreren Kurzgeschichten wurde sie von einer Literaturagentur entdeckt.

(Foto: Jackie Nickerson)

Was ist aus dem multikulturellen Traumort geworden, den Zadie Smith so meisterhaft in ihren Büchern beschrieb? Ein Gespräch über das Leben in Zeiten des Nationalismus - und über den Preis, den soziale Aufsteiger wie sie zahlen müssen.

Interview von Xifan Yang, SZ-Magazin

SZ-MAGAZIN Die meisten Ihrer Romane spielen in Kilburn, dem multikulturellen Arbeiterviertel im Nordwesten Londons, wo Sie auf­gewachsen sind. Metaphorisch haben Sie diesen Ort einmal als Dream City beschrieben: "Ein vielstimmiger Ort, wo die einheitliche Identität Illusion ist, wo jeder eine komplizierte Herkunft und eine verworrene Lebensgeschichte vorweist." Wie sieht es in diesen Tagen in Dream City aus?

ZADIE SMITH Ich weiß es nicht. Ich habe mir diesen Ort unmittelbar nach Barack Obamas Wahlsieg 2008 ausgemalt. Barack schien mir da wie ...