"Sieben Nächte" Der Klaps des Windgottes

Simon Strauß erzählt in seinem Erstling vom Ausbruch aus dem sicheren, konventionellen Dasein, aus der Hölle der Dauerironie. Vorerst aber bleibt es beim Sound der Beschwörung.

Von Christoph Schröder

Das Gefühl, im falschen Leben zu sein oder, noch schlimmer, nach und nach in das falsche Leben hineinzuwachsen und sich selbst dabei zusehen zu müssen, beherrscht dieses Buch. Es steht auf der Kippe, auf jeder einzelnen Seite. "Sieben Nächte" ist ein Debüt, das nach Zukunft süchtig ist und dabei vehement die Vergangenheit bemüht. Ein Traktat, das sich an den Gegenwartsphänomenen abarbeitet, um Verachtung und Trauer zu produzieren.

Der Ich-Erzähler ist ein junger Mann Ende 20, dem es nie schwergefallen ist, ...