Schriftstellerin Pinar Selek Türkisches Gericht genehmigt Berufungsantrag

Die Soziologin und Schriftstellerin Pinar Selek auf einem Archivbild aus dem Jahr 2011.

(Foto: dpa)

Von einem "unerhörten Justizskandal" ist die Rede: 16 Jahre dauert der Rechtstreit um die türkische Schriftstellerin und Soziologin Pinar Selek bereits an. Nun hat ein Gericht die Verurteilung zu lebenslanger Haft wieder aufgehoben.

Das oberste Gericht in Ankara hat der Berufung der zu lebenslanger Haft verurteilten Schriftstellerin Pinar Selek, 42, stattgegeben. Der Fall wird neu verhandelt, berichteten türkische Medien am Mittwoch.

"Wir sind erleichtert. Das ist ein unerhörter Justizskandal, der sich über 16 Jahre hingezogen hat", sagte die Generalsekretärin von PEN-Deutschland, Regula Venske, der Nachrichtenagentur dpa. Selek beschäftigt sich seit Jahren mit der Kurdenproblematik, der Minderheitenpolitik und den Geschlechterrollen in der Türkei.

Die kritische Soziologin wurde als Bombenlegerin beschuldigt, seit es 1998 auf einem Markt in Istanbul zu einer Explosion mit sieben Toten kam. Nach drei Freisprüchen in den Jahren 2001, 2006 und 2011 war die im französischen Exil lebende Autorin im Januar 2013 in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.