Pop-Art-Künstler stirbt in New York James Rizzi ist tot

Der Pop-Art-Künstler James Rizzi ist in New York gestorben. Der US-Amerikaner, der durch seine 3D-Papierskulpturen berühmt wurde, entschlief in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag in seinem Studio. Rizzi wurde 61 Jahre alt.

"James Rizzi 1950-2011" heißt es auf der Internetseite des weltberühmten Popartkünstlers. Darunter ein Text seines deutschen Verlags "Art 28": Rizzi sei "in seinem Studio im New Yorker Stadtteil SoHo friedlich eingeschlafen". Der "plötzliche und unerwartete Tod" in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag sei ein Schock für Freunde, Hinterbliebene und Kunstsammler auf der ganzen Welt.

Der Pop-Art-Künstler James Rizzi - hier ein Bild aus dem Jahr 2008 - ist tot. Der US-Amerikaner starb im Alter von 61 Jahren in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag in seinem New Yorker Studio.

(Foto: dpa)

Die genaue Todesursache des US-Amerikaners war zunächst unbekannt. Rizzis New Yorker Agent Henry Welt sprach jedoch von einem natürlichen Tod.

Der Künstler, der 61 Jahre alt wurde, gelangte durch seine bunten, kindlich-naiv wirkenden Bilder zu weltweitem Ruhm. Er gilt als Erfinder der modernen 3D-Grafik und erreichte eine immer weiter wachsenden Fangemeinde.

In Deutschland erlangte Rizzi vor allem mit seinen Briefmarken-Entwürfen für die Deutsche Post größere Bekanntheit, aber auch mit der kreativen Umsetzung weiterer Alltagsgegenstände. In Braunschweig ist das Rizzi-Haus im Magniviertel eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit. Auch eine Duisburger Schule wurde nach dem Künstler benannt.

Der gebürtige New Yorker war ein Mann, der viel lächelte und Starallüren nicht mochte, obwohl seine Werke für Millionen verkauft wurden. Er wurde dutzendfach kopiert, am meisten von den Straßenkünstlern vor dem Metropolitan Museum am Central Park, die auf die gleiche Karriere hoffen wie Rizzi: Vom Straßenkünstler zum weltweit gefragten Star.

Eigentlich wollte er kürzertreten - aber die Nachfrage war zu groß

James Rizzi wurde am 5. Oktober 1950 in Brooklyn geboren. Kein Untergrund war ihm zu abwegig, um mit seinen quietschbunten Motiven bemalt zu werden - egal ob Turnschuhe, Häuser, Autos oder Flugzeuge. Schon in seiner Studienzeit - Rizzi studierte Kunst an der University of Florida - beschäftigte er sich mit der Kombination von Malerei und Skulptur. Daraus entwickelte er schließlich seine bekannten 3D-Grafiken.

Eigentlich hatte Rizzi kürzertreten wollen. "Aber die Nachfrage ist zu groß - ich weiß, ein Luxusproblem, das viele Künstler gerne hätten", sagte er 2010 in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Er sei ein Perfektionist - die Leute "sollen etwas bekommen, das sein Geld auch wert ist" - aber er merke sein Alter. "Ich habe nicht mehr so viel Energie. Wenn ich heute mal in einen Club ausgehe, was selten ist, fühle ich mich wie ein Fisch ohne Wasser." Das sei nicht mehr seine Musik: "Da denke ich jedes Mal: Warum bist Du jetzt nicht zu Hause und schaust einen guten, alten Film? Oder arbeitest?"

Der Big Apple war für Rizzi nicht nur Geburts- und Sterbeort sondern auch Dreh- und Angelpunkt seiner Kunst: Seine Arbeiten spiegelten stets das dichte, eng besiedelte Manhattan wider. Etwa in "New York City is a great place to be but best of all is the people you see" (New York ist ein toller Platz zum Leben, aber am besten sind die Leute, die man sieht).