Rechtsruck in Österreich und Europa Direktor verlässt Kunsthalle Wien - wegen nationalistischer Politik

Der 1965 in Düsseldorf geborene Kunsthistoriker Nicolaus Schafhausen arbeitet als Kurator und Kunstmanager. Seit 2012 ist er Direktor der Kunsthalle Wien.

(Foto: Sabine Hauswirth/Kunsthalle Wien)

Nicolaus Schafhausen sieht die Wirkmacht von Kunst eingeschränkt und beendet seinen Vertrag vorzeitig.

Nicolaus Schafhausen verlässt zum 31. März 2019 die Kunsthalle Wien. Der deutsche Kurator und Kunstmanager ist seit 2012 Direktor des Ausstellungshauses, mit der Stadt Wien hat er sich auf eine vorzeitige Beendigung seines bis 2022 laufenden Vertrages geeinigt.

Als Grund für das vorzeitige Niederlegen seines Amtes gibt Schafhausen die gegenwärtige politische Situation im Land an. In einer Pressemitteilung schreibt er: "In der derzeitigen nationalistischen Politik in Österreich und der europäischen Situation sehe ich die Wirkungsmächtigkeit von Kulturinstitutionen wie der Kunsthalle Wien für die Zukunft in Frage gestellt."

Die Kunsthalle Wien sei ein Ort, der auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert und alles andere als statisch in ihrem Programm und ihrer Struktur sein sollte. Schafhausen selbst sieht sich innerhalb einer klassischen Institution wie der Kunsthalle in seinen Möglichkeiten eingeschränkt. Er wolle in Zukunft den gesellschaftlichen und kulturellen Diskurs auf "einer sehr viel grundsätzlicheren Verhandlungsebene" untersuchen und gestalten.

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