Literatur Thomas Bernhard

Bei Suhrkamp sind Bernhards "Städtebeschimpfungen" als Buch erschienen. Kostenlos und übersichtlicher gibt es sie nun aber auch als Google-Maps-Karte.

Von Philipp Bovermann

Falls an der Lehre vom Karma etwas dran sein sollte, hat Thomas Bernhard ein Problem. Ende vergangenen Jahres sind im Suhrkamp Verlag die "Städtebeschimpfungen" erschienen, die sich durch sein Werk ziehen. Kostenlos und übersichtlicher gibt es sie aber auch als Google-Maps-Karte, unter dem Titel "Städtebeschimpfungen - Thomas Bernhard". Der reisende Misanthrop kann dort bequem seine Thomas-Bernhard-Hate-Tour zusammenstellen. Oder einen Urlaub planen, den man dann, so kurz nach der Ferienzeit, gar nicht antritt. Es ist ja sowieso überall furchtbar. Nach Trier, zum Beispiel, geht man "nicht ungestraft / Man geht nach Trier und macht sich lächerlich". Versteckt unter der Gallespur durch Europa liegt aber eine simple Weisheit, die ein Bernhard-Fan intuitiv erfasst. Auch wenn "in jedem Wiener ein Massenmörder" steckt: "Man darf sich die gute Laune nicht verderben lassen."