Literatur Farben der Geschichte

Stephanie Schusters neuer Roman

Auslöser für den Roman Stephanie Schusters war ein Dokumentarfilm über das Gemälde "La bella principessa". Darin ging es um einen Kunsthändler, der das Bild bei einer Auktion entdeckt und den der Widerspruch zwischen Katalogtext und Darstellung stutzig gemacht hatte. Angeblich handelte es sich um ein deutsches Gemälde aus dem 19. Jahrhundert, doch Malweise, Kleidung und Frisur deuteten auf ein viel höheres Alter hin. Der Händler bat den Leonardo-da-Vinci-Experten Martin Kemp um eine Analyse des Porträts. Und erfuhr, dass es auf Kalbshaut aus der Zeit der Renaissance gemalt worden war.

Ein guter Stoff für eine Schriftstellerin, die jahrelang Kinder- und Jugendbücher illustrierte, bevor sie zu schreiben begann. Allerdings begnügt sich Stephanie Schuster in ihrem Roman "Der Augenblick der Zeit" (Blessing) nicht mit der Gegenwart und ihrer Heldin Ina Kosmos, die als Malerin und Expertin für Farben das kunsthistorische Rätsel zu lösen versucht. Schuster versetzt den Leser mit einer zweiten Erzählebene 500 Jahre zurück an den Mailänder Hof. Dort erlebt der angehende Arzt und Brautwerber Georg Thanstetter die Entstehung des Gemäldes mit. Allerdings trickst die Herzogfamilie der Sforzas den Habsburger Abgesandten aus. Schuster hat die Historie gründlich recherchiert, der detailreiche Roman ist spannend und unterhaltsam zu lesen.

Es ist übrigens nicht ihr erster Roman; bisher schrieb die Pöckinger Autorin unter Pseudonymen: als Ida Ding Regionalkrimis, als Rebecca Abe zwei Romane und als Stephanie Fey eine Thriller-Trilogie.

Stephanie Schuster: Der Augenblick der Zeit; Do., 12. April, 20 Uhr, Kultur-Etage Messestadt, Riem Arcaden