Kurzkritik Studentenwitz

Das Faschingskonzert der Musikhochschule

Von Klaus Kalchschmid

Ach wie schön, dass man an Fasching lustvoll Schwächen auf die humoristische Schippe nehmen kann wie beim 50. Faschingskonzert der "Hochschule für Musik, Theater - und Tanz", wie es diesmal hieß, mit dem Motto "Make our Greatschule hoch". Da wird von einer russischen Putze alias Zarah Leander die marode Decke des Konzertsaals moniert ("Es wird einmal ein Wunder gescheh'n und die Hochschule renoviert") oder Studis treten in eng beieinanderliegenden Mini-Übungsräumen zum Kakophonieren an. Per Videoeinspielung wird das Sauberkeitsproblem der Cafeteria aufs Korn genommen oder das marode Dach, weshalb man im großzügigen Foyer eine Regenwalddusche installiert habe. Moderiert wird achtfach geteilt. Mit dabei: zwei Männer in Fummel.

Virtuos tanzen drei Befrackte auf riesigen Tasten ein Trio, finden sich drei Melodica-Spieler zu Strawinskys "Sacre" zusammen oder wird Pachelbels "Kanon" fulminant durch die Mangel der Stile gedreht. Zwei Mafiosi wetteifern mit je zwei Blockflöten gleichzeitig um den schönsten Schlager der Musikgeschichte. Zu Liszts "Liebestraum" gibt es ein entzückendes Wasserballett im schwarzen Ganzkörper-Kondom, bei dem die Männer unter Burka-Bärten verschwinden.

Die Me-too-Debatte wird in einem heißen Strip neben und auf der Besetzungs-Couch thematisiert, und ein von acht Jungs gemimtes Liliputaner-Quartett kleppert und scheppert auf Trommeln und Becken. Famos auch Mozarts "Der Hölle Rache", bei der sich eine angejazzte Königin der Nacht mit bombensicheren Spitzentönen selbst auf der Ukulele begleitet. Aus Suppés "Leichter Kavallerie" wird ein Auftritt von Soldaten in Tarnnetzen mit fünf Alphörnern, die acht schmuck stolzierende Turnierreiter auf süßen Steckenpferden begleiten. Es gibt fein choreografierte Musical-Nummern des Kollektivs, und für einen Hunni im Hut machen selbst fest eingemummelte Straßenmusiker sich nackig und lassen ihre Bigband so richtig schön aufrauschen.