Kurzkritik Bier-Hymnen

Die kalifornische Punkband "The Generators" im Rumours

Von DIRK WAGNER

Wenn die Einnahmen reichen, um neben den Hotelkosten noch eine kleine Gage für die Bands zu zahlen, ist Stefan Lampertius von der "Münchner Union zur Förderung von Talenten" schon zufrieden. Kommerziell rechnen sich seine Konzerte jedenfalls nicht, auch wenn dieses Mal die kalifornische Punkband The Generators das Rumours am Ostbahnhof gut füllt.

Allerdings kamen die 1997 gegründeten Generators in Begleitung von drei weiteren Bands, darunter die niederländische Ska-Punk-Formation Bitter Grounds, die mit lässigen Rhythmen überzeugt. Über die stülpt die Neuauflage der 2006 aufgelösten Band Beans Chorgesänge, die an den mitreißenden Punk von Bad Religion erinnern. Der Rest wird mit einem Gitarrenspiel aufgefüllt, das auch mal seine Punk-Attitüde vergisst. Dann deutet der Leadgitarrist mit kleinen Blueslicks Möglichkeiten an, die der Punk bewusst ausgebremst hatte. Damals in den Siebzigern, als ganze Flotten von Rockbands in bombastisch inszenierten Gitarren-, Bass- und Schlagzeugsoli förmlich ertranken.

Die Rückbesinnung auf einfache Riffs glich damals einer Art Fastenkur der dahinsiechenden Rockmusik. Von solcher Reduktion sind aber auch die ausufernden Gitarrensoli eines Mike Snow weit entfernt, der mit beinahe schon psychedelischen Tremoli den Neunzigerjahre-Punk der in Los Angeles verwurzelten Generators erweitert. Der Sänger Doug Kane springt dazu auch mal ins Publikum, um gemeinsam mit seinen Fans ins Mikrofon zu singen. "City Of Angels" zum Beispiel, einen in der Bierwerbung erprobten Song, den die Basketballmannschaft der Los Angeles Lakers längst zur Hymne erhoben hat. Was wiederum die Frage aufwirft, warum eine so konsequent gute Band wie die Generators ihr 20-jähriges Bestehen in einem Laden wie dem Rumours feiert. Am Ende verdient sie dort mehr am T-Shirt- und CD-Verkauf als am Eintritt. Der Veranstalter geht leer aus, und die eigentlichen Gewinner sind die Konzertbesucher.