Hörenswert Punks im Orchester

Das neue Album der "Garden Gang"

Von Jürgen Moises

Jeder ist seines eigenen Glückes Gärtner. Mit dieser Botschaft entlässt uns die Garden Gang aus ihrem zehnten Album "Middle Class Symphony", das die Münchner Pop-Punk-Band am Samstagabend im Strom vorstellt. Wobei einen das trotzdem nicht davor schützen kann, dass man die "Biografie eines ganz gewöhnlichen Menschen" lebt: voller "Monotonie von der Wiege bis zum Grab". Davon handelt wiederum der Eröffnungs- und Titelsong dieser "Mittelklassen-Sinfonie", die zum Glück alles andere als monoton klingt und mit ihrer sehr lebendigen und abwechslungsreichen Mischung aus Punk, Beat, Powerpop und Rock'n'Roll eindeutig über der Mittelklasse liegt. Warum Garden Gang sich trotzdem für diese interessieren?

Weil es, so erfährt man im Pressetext, für die Mittelklasse "langsam ziemlich eng" wird. Der Sinfonie als einheitlichem Gattungsbegriff ging es schon vor 100 Jahren an den Kragen. Das alles erklärt vielleicht auch die leichte Melancholie, die sich durch Lieder wie "Stop Complaining" zieht. Ein prägendes Element des Albums ist wie immer die hohe, markante Stimme von PamP, der diesmal neben seiner vierköpfigen Band von einem ganzen Gospelchor, von Mariachi-Bläsern und weiteren Gästen wie Sigi Pop, Sänger der Münchner Punk-Legende Marionetz, und dem Londoner Singer-Songwriter TV-Smith begleitet wird. Aber für eine Sinfonie braucht es eben ein ganzes Orchester.

Garden Gang: Middle Class Symphony (True Trash/Still Unbeatable Records), live am 12. März, um 20 Uhr im Strom, Lindwurmstr. 88