Großformat Pflugscharen-Schwerter

Auf dieser Seite zeigen wir jede Woche neue, unbekannte oder verschollene Werke von Künstlern, Autoren, Komponisten, Regisseuren und Designern.

(Foto: Peter Kennard)

Der Künstler Peter Kennard will keine Idyllen auf Leinwände malen, sondern etwas machen, was auch fürs Plakat taugt. Seine Arbeit verwandelt das Großformat in einen Friedensappell.

Von Catrin Lorch

Schwerter zu Pflugscharen - das ist ein Bild aus biblischen Zeiten, ein Zitat des Propheten Micha. Die Ansage verknüpft den Frieden direkt mit dem Kampf gegen Hunger, der Satz endet übrigens noch mit der Forderung, dass aus allen Spießen Sicheln werden sollen. Solche schlagenden Bilder sind anfällig: Ja, heißt es dann, wenn es so simpel wäre - die Welt ist komplex und Politik kompliziert, ein fein austariertes System der Aufrüstung und Abschreckung.

Peter Kennard zeigt derweil schon mal mit "Conversion" (1985-2015) wie das aussehen könnte, wenn sich ein Panzer in ein nützlicheres Gerät verwandelt. Nicht dass hier groß geschraubt wird, die Transformation wirkt so organisch wie das Morphen im Science-Fiction. Peter Kennard, 1949 in London geboren, wurde mit solchen Montagen bekannt, seit er als Student an der Akademie Ende der Sechzigerjahre entschied, dass er lieber nach der Wahrheit in den Bildern sucht, als neue Idyllen in die Welt zu entlassen. In der Tradition von Dada und John Heartfield bezog er den Maschinenschuppen der zeitgenössischen Kunst und verschraubte klassische Motive mit Propaganda. Sein Ziel war nicht das Museum, sondern Entwürfe, die für Plakate und Postkarten taugen. Eines seiner berühmtesten wurde ein Remake des in Großbritannien ikonischen "Heuwagens" von John Constable, in den er eine Reihe von Cruise Missiles steckte.

Wo andere rückblickend ihr Werk in Perioden oder Serien einteilen, ist das von Peter Kennard untrennbar verknüpft mit politischen Krisen, vor allem den Kriegen, von Vietnam bis zu den Invasionen am Golf, in Afghanistan und dem Irak. Zurzeit stellt Kennard unter dem Titel "Unofficial War Artist" im Londoner Imperial War Museum aus - dem Kriegsmuseum des britischen Königreichs, das er bei der Gelegenheit gerne umbenannt hätte in "People's Peace Museum".