Gegenwartsdramatik Wolfram Höll gewinnt den Mülheimer Dramatikerpreis

Schon zum zweiten Mal in Mühlheim gewonnen: der Dramatiker Wolfram Höll.

(Foto: dpa)

Mit seinem Stück über ein Elternpaar, das den Tod seines kranken Kindes erwartet, gewinnt Höll zum zweiten Mal den wichtigsten Preis für deutsche Gegenwartsdramatik.

Der Mülheimer Dramatikerpreis, die wichtigste Auszeichnung für Gegenwartsdramatik in Deutschland, geht in diesem Jahr an den in der Schweiz lebenden Autor Wolfram Höll. Eine fünfköpfige Jury entschied sich in einer öffentlichen Debatte in der Nacht zum Freitag für den gebürtigen Leipziger und sein Stück "Drei sind wir". Es handelt von einem Elternpaar, das ein Kind mit einer seltenen Behinderung bekommt und dessen Tod erwartet. Höll hatte die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung bereits im Jahr 2014 gewonnen.

Ein "tiefes und existenzielles Thema"

Nach Ansicht der Jury gelingt es Höll in "Drei sind wir", ein "tiefes und existenzielles Thema, das eine gesellschaftliche Brisanz hat" auf eine "fast lyrische Weise" für die Bühne zu erzählen. "Der Text ist ein Ringen um Worte", sagte Juror Franz Wille, Chefredakteur der Zeitschrift "Theater heute".

Sieben Stücke, die in der Spielzeit 2015/16 uraufgeführt wurden, waren bei den 41. Mülheimer Theatertagen nominiert worden. Darunter waren neue Werke von Sibylle Berg, Yael Ronen, Felicia Zeller, Fritz Kater (Autorenpseudonym des Stuttgarter Schauspielintendanten Armin Petras), Ferdinand Schmalz und Thomas Melle. Bewertet wird beim Dramatikerpreis nur die Qualität neuer Stücke, nicht die Inszenierung. Insgesamt 90 Stücke hatte die Jury gesichtet. Im Finale standen am Ende Hölls Stück sowie Sibylle Bergs "Und dann kam Mirna". Vergangenes Jahr hatte der österreichische Autor Ewald Palmetshofer den Dramatikerpreis gewonnen. Zu den früheren Preisträgern zählen auch Peter Handke, Botho Strauß und Elfriede Jelinek.

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