Er ist ein Weltenbummler, der lange auf den künstlerischen Erfolg warten musste: In der Frühphase seines Schaffens wurde Fernando Botero sogar als "parasitärer Folklorist" beschimpft, doch die Darstellung kugelrunder Frauen brachte ihm schließlich doch noch märchenhaften Erfolg. An diesem Donnerstag feiert der Kolumbianer seinen 80. Geburtstag.
Wenn er eine Orange malen wolle, hat Fernando Botero einmal im Gespräch mit Ernst Beyeler bemerkt, ziehe er es vor, "die Orange zuerst zu essen und dann zu malen, anstatt sie vor mich hinzulegen". Auch für die unzähligen Akte molliger, kuscheliger, ja kugelrunder Frauen nehme er niemals ein Modell, denn er male nicht "aus der direkten Betrachtung der Landschaft oder des Volkes". Um jedes Missverständnis auszuräumen, fügte der Kolumbianer sogar hinzu, er könne auch nicht "mit einem Botero schlafen".
Fernando Botero, Anfang April dieses Jahres in seinem Haus in Rionegro, Kolumbien.
Bild: AFP19. April 2012, 12:24 2012-04-19 12:24:44 © SZ vom 19.03.2012/pak