Dolgaya schastlivaya zhizn (A Long and Happy Life)

Russland 2013, 77 Min., Regie: Boris Khlebnikov, Darsteller: Alexander Yatsenko, Eugene Sitiy, Anna Kotova

Um was es geht:

Sascha lebt in einem Dorf auf der nordrussischen Halbinsel Kola und bewirtschaftet engagiert die Hinterlassenschaft einer ehemaligen Kolchose. Seinen Arbeitern ist er ein guter Kumpel; sie achten ihn und tolerieren auch die mehr oder weniger geheime Liebesbeziehung zu Anja, die im Sekretariat der Bezirksregierung sitzt. Doch plötzlich gerät Sascha in existenzielle Konflikte: Die Provinzbeamten, die vor allem ihrem Eigenwohl verpflichtet sind, wollen ihn mit einer lukrativen Abfindung überreden, seine Farm aufzugeben. Die rechtliche Situation des Neubauern ist heikel, der Pachtvertrag wurde seinerzeit nur per Handschlag bekräftigt. So nimmt der Druck stetig zu, erst recht, als sich Sascha von seinen Arbeitern überzeugen lässt, standhaft zu bleiben.

Was macht den Film interessant?

In einer Landschaft, die von den Urgewalten der Natur geprägt ist, nimmt das Schicksal des Unerschrockenen seinen Lauf. Die Tragödie eines aufrechten Mannes, der sich dem Sumpf aus Korruption und Habgier nicht ergeben will und dabei alles riskiert, was ihm wertvoll und wichtig ist. Regisseur Boris Khlebnikov, der zu den profiliertesten russischen Autorenfilmern zählt und 2003 mit "Koktebel" auf sich aufmerksam machte, gibt mit dem Film sein Debüt bei der Berlinale.  

Bild: Festival 8. Februar 2013, 15:162013-02-08 15:16:13 © Süddeutsche.de/pak