Neu auf SZ.de So kommen Sie schneller zum Kern der Nachricht

Überblick am Anfang: die zentralen Fakten einer Geschichte werden mit Spiegelstrichen aufgelistet

Kompakte Zusammenfassungen, ständig aktualisierte Texte mit übersichtlichem Aufbau, mehr Klarheit auf der Startseite: Wir haben für Sie aufgeräumt - alle Neuerungen auf einen Blick.

Von Stefan Plöchinger

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie zu uns kommen, dann wollen Sie das Wichtigste erfahren, was die Welt gerade bewegt. Verlässlich, gut eingeschätzt, so kurz wie möglich, so lang wie nötig. Das ist der Wesenskern einer guten Nachrichtenseite. In den vergangenen Monaten haben wir in der Redaktion darüber diskutiert, ob wir das bestmöglich machen. Wir haben begonnen, mit der althergebrachten journalistischen Form der Nachricht zu experimentieren und sie weiterzuentwickeln. Sie haben es vielleicht bemerkt, dass wir ein paar praktische Neuerungen Zug um Zug eingeführt haben - heute wollen wir sie Ihnen vorstellen.

  • Updates für Nachrichten. Eine Geschichte wird recherchiert, geschrieben, veröffentlicht - und dann geht es weiter zum nächsten Thema: So funktionieren die meisten Nachrichtenseiten. Unsere Erfahrung ist, dass dieses Vorgehen den Möglichkeiten des Internets und der Realität der Welt nicht gerecht wird. Statt immer mehr Geschichten immer schneller zu schreiben, konzentrieren sich unsere Mitarbeiter im Newsroom künftig öfter auf ein großes Thema, eine Geschichte, die sich gerade entwickelt. Diese wird ständig aktualisiert, fortgeschrieben, mit Hintergründen und der Expertise der SZ ergänzt. Die permanenten Updates geben unseren Nachrichten schneller mehr Informationstiefe, und Sie werden besser auf dem Laufenden gehalten.
  • Überblick am Anfang. An Nachrichten interessieren die Fakten, an Kommentaren die Meinungen. Trotzdem sehen Geschichten im Internet oft gleich aus: Überschrift, Bild, Vorspann, Text. Das macht es gerade auf Smartphones nicht leicht, bei Nachrichten schnell die wichtigsten Informationen zum Thema zu scannen und auf Stand zu kommen. Wir werden deshalb bei solchen Texten künftig keinen klassischen Vorspann mehr haben, sondern gleich am Anfang mit Spiegelstrichen in drei, vier, fünf Sätzen die zentralen Fakten zum Ereignis benennen. So bekommen Sie schneller den Überblick. Diese Neuerung haben wir in den vergangenen Monaten zunehmend ausprobiert, Erfahrungen gemacht, Feedback von Ihnen bekommen und daraus gelernt. Die Rückmeldungen sind sehr positiv, vor allem auch von den vielen Menschen, die uns inzwischen großteils unterwegs lesen: Man kommt schneller auf Stand.
  • Überblick im Text. Beim Nachdenken über einen besseren Textanfang haben wir festgestellt, dass die Struktur des weiteren Textes in der Regel genauso leicht zu verbessern ist. Fast jede Nachricht, über die Journalisten schreiben, ist in Aspekte gegliedert: Was geschehen ist, wie die Reaktionen sind, was aus dem Ereignis folgt ... Fast jede klassische Nachricht thematisiert zwar diese Aspekte. Aber Sie als Leser bekommen das kaum mit. Denn die Struktur des Textes legt niemand offen. Wir haben jetzt beschlossen, genau das zu tun: Wir sagen Ihnen künftig in vielen unserer Berichte in übersichtlichen Zwischenüberschriften, welchen Aspekt die kommenden Absätze behandeln - die Details des Ereignisses, die Reaktionen, die Folgen ... Unser Ziel ist, dass Sie sich schneller in langen Texten zurechtfinden.
  • Orientierung auf der Startseite. Wenn ich klicke, was bekomme ich dann zu lesen? Ein Interview, einen Kommentar, eine Frage-Antwort-Analyse, oder sehe ich ein Video? Aus den Feedbacks wissen wir: Viele von Ihnen wollen wissen, was für eine Geschichte Sie hinter dem Klick auf der Startseite erwartet - und ob Sie es zum Beispiel noch schaffen, einen Text bis zu jener S-Bahn-Station zu lesen, an der Sie aussteigen müssen. Eine simple Neuerung bietet Ihnen seit einigen Wochen mehr Orientierung. Gleich hinter dem Textvorspann auf der Startseite sagen wir Ihnen mit einem dezenten Hinweis, um was es sich handelt (wenn es keine reine Nachricht ist).

Wir sehen diese Entwicklung als einen neuen Schritt, um Sie zeitgemäß zu informieren. Wir versprechen Ihnen, dass wir - wie seit längerem - auch in Zukunft darüber nachdenken, wie wir Sie besser auf Stand halten können, und freuen uns deshalb, wenn Sie uns sagen, was Sie sich als nächsten Schritt wünschen. Mailen Sie an stefan.ploechinger@sz.de, twittern Sie an @ploechinger.

Gute Nachrichten wünscht Ihnen

Stefan Plöchinger, Chefredakteur SZ.de