Wenn Angst auf der Kinderseele lastet: Depressionen bei Schülern nehmen deutlich zu.
Nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die Depression im Jahre 2020 die zweithäufigste Krankheit weltweit sein, und die häufigste in der sogenannten entwickelten Welt, den OECD-Staaten. Doch trotz ihrer weiten Verbreitung gehört sie immer noch zu den am meisten unterschätzten Erkrankungen. Besonders besorgniserregend an der Statistik ist, dass die Patienten immer jünger werden. Das gilt auch für Münchner Kinder und Jugendliche.
Allein mit der Trauer: Wenn Kinder depressiv werden, sind Eltern und Lehrer oft ratlos. (© Foto: iStockphoto)
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"Depressionen bei Schülern nehmen seit etwa acht Jahren stark zu", sagt Hans-Jürgen Tölle vom Zentralen Schulpsychologischen Dienst der Stadt München. "Bei etwa der Hälfte unserer Beratungen geht es um Depressionen." Hauptgruppe seien Zehn- bis Zwanzigjährige, aber es gebe auch schon Siebenjährige, die sich dem schulischen Druck nicht gewachsen fühlten. Tölle sieht die Ursachen dieser frühen Depression aber vor allem im gesellschaftlichen Umbruch. "Die trostlose Zukunftsperspektive, die drohende Arbeitslosigkeit, das Fehlen von Bindungsstrukturen und die allgemeine Sprachlosigkeit in den Familien - da stellt sich bei den Kindern oft das Gefühl ein, nicht gewünscht zu sein."
Hinzu kämen die schulischen Belastungen, die extrem zugenommen hätten. "Unser Schulsystem ist nicht fördernd. Die frühe Selektion und zu hören, dass man nichts kann und nichts taugt, führt zu einem verminderten Selbstwertgefühl. Die Kinder erfahren, dass sie ohnehin keinen Einfluss auf ihr Leben haben. Das sind eigentlich alles strukturelle Probleme, aber die haben Auswirkungen bis ins alltägliche Detail."
Immer wieder hört Tölle von den Kindern, die in die Beratung kommen, dass Eltern über ihre Depression einfach hinweggehen und ihnen sagen, sie sollten sich doch zusammenreißen. Doch dadurch würden sie oft noch hilfloser. Auch die Lehrer merkten oft gar nicht, was mit den Kindern los sei. "Die meisten depressiven Kinder sind überangepasst. Sie wehren sich nicht und werden vom Lehrer eher positiv und nicht als Problemfall wahrgenommen", sagt Tölle.
Eindeutig erkennbar sind die selbstzerstörerischen Auswirkungen der Depression wie die Magersucht oder das Selbstverletzen durch Ritzen der Haut. Auch diese Fälle hätten zugenommen, sagt Tölle, vor allem bei Mädchen. Bei Jungen hingegen seien Suizidfälle häufiger. Nicht so leicht zu erkennen ist die "stille" Depression, doch es gibt Symptome, bei denen Eltern und Lehrer aufmerksam werden sollten. Beispielsweise, wenn Kinder nicht mehr aus dem Bett kommen, nicht mehr zur Schule gehen, sich von Gleichaltrigen zurückziehen, vor jeder Leistung resignieren oder unter Angst- und Panikattacken leiden und eigentlich gar nicht genau wissen warum.
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Ich möchte mich den genannten Meinung größtenteils anschließen. Besonders die Schulbücher sind in vielen Fächern meist nicht auf dem heutigen Stand. Es werden wenige neue zusätzliche Erkenntnisse eingebracht auch wenn sie nicht zu 100 % bewiesen sind. Was aber in manchen Fächern anhand der schnellen Entwicklung und Forschung nicht möglich wäre. Trotzdem sollte den Schülern die Möglichkeit zum Pro und Kontra geboten werden was ein zweiseitigen Nutzen für vorallem Schüler und aber auch Lehrer bringt im pädagogischen Sinne.
Als Ursache dafür sind a u c h Schadstoffe in der Nahrung, in der Luft etc. zu überlegen. Das Land ist ökologisch kaputt (man sehe sich die Böden, die Gewäösser an - als Indikatoren gelten auch der Zustand von Kleintierwelt und Pflanzen).
Genussmittel, Stress, Isolation (kaum noch Bezugspersonen) etc. sind jedoch mit die Hauptfaktoren. Das Land ist innen und außen kaputt. Man soll nicht um den Brei herumreden.
Ich kann mir nicht wirklich ein Urteil über diese Schulart erlauben, weil ich sie nicht kenne.
Aber es klingt nach einem ziemlich guten Modell.
Gute Ideen werden nur leider viel zu selten umgesetzt oder scheitern an Finanzierung oder nicht ausreichendem Personal.
Prinzipiell kann man aber den Frontalunterricht, so verstaubt er sein mag, nicht komplett ersetzen. Wenn Kinder sich spielerisch etwas aneignen merken sie es sich zwar besser, brauchen aber meistens länger.
@marchofer: Glauben sie wirklich, dass nicht glücklich waren, weil das Schulsystem so unzulänglich ist? Oder dass dies der einzige Grund ist?
Ich ergänze ein "n", "werden" und "respektiert werden". Und gelobe Besserung ;-)
@vroni: Da solche Schulen schon seit fast vierzig Jahren bestehen und es mehr als tausend Absolventen gibt, kann man sehr gut sagen, wie es solchen Kindern "in der harten Realität" geht. 80% haben ein Hochschule besucht, keiner von ihnen ist arbeitslos, alle kommen gut zurecht mit Regeln und Pflichten. Sudbury-Schulen nenn sich auch Demokratische Schulen, an ihnen gibt es sehr viele Regel, die in der Schulversammlung, in der jeder Mitarbeiter und jeder Schüler eine Stimme hat, demokratisch gewählt.
Den Berichten der Lehrkräfte und der Absolventen zufolge fällt es solchen Kindern deren Wünsche und Vorstellungen nicht schwer, auch Dinge anzugehen, die ihnen keinen Spaß machen, wenn sie den Sinn und Zweck einsehen. Sie nehmen sich sogar vor gezielt an ihren Schwächen zu arbeiten und beschäftigen sich mit Dingen, die sie nicht können, wenn es sie stört, dass dem so ist.
Oft macht man den Fehler bei der Betrachtung solcher Schulen von den Kindern auszugehen, die von diesem unseren Schulsystem geprägt sind.
LG
Paging