18 Milliarden wollen Bund und Länder in das Bildungssystem pumpen: wie die Politik mehr Studienplätze schaffen sowie Forschung und Lehre verbessern will.
Wenn Bund und Länder ein Milliardenpaket für die Wissenschaft schnüren, hat das schon Tradition. Zwar sind für die Hochschulen in erster Linie die Länder zuständig. Bei außeruniversitären Instituten, wie denen der Max-Planck-Gesellschaft oder der Helmholtz-Gemeinschaft, trägt aber der Bund einen Großteil der Kosten.
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Studenten an der Universität Tübingen: Wegen des verkürzten Gymnasiums werden bald zwei Jahrgänge gleichzeitig in die Hörsäle drängen. (© Foto: ap)
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Und immer wieder gab es, zum Beispiel in den neunziger Jahren, gemeinsame Programme für die Hochschulen. Auch nach der Föderalismusreform können Bund und Länder zusammenwirken. Die jetzt beschlossenen drei Pakte umfassen insgesamt etwa 18 Milliarden Euro. Ein Überblick:
Hochschulpakt
Bis 2015 soll Platz für 275.420 zusätzliche Studienanfänger geschaffen werden. Basisjahr für die Rechnung ist 2005. In den kommenden Jahren erwarten die Kultusminister einen Ansturm an den Hochschulen, weil immer mehr Schüler Abitur machen und vergleichsweise starke Jahrgänge aus den Schulen strömen.
Wegen der verkürzten Gymnasialzeit werden zudem in mehreren Ländern zwei Jahrgänge gleichzeitig in die Hörsäle drängen, in Bayern beispielsweise 2011, in Nordrhein-Westfalen 2013. Für jeden zusätzlichen Studienanfänger sieht das Abkommen 26.000 Euro vor, verteilt auf vier Jahre. Das sind 4000 Euro mehr als beim ersten Hochschulpakt, der vor zwei Jahren geschlossen wurde und 91.000 Studienplätze schaffen sollte. Für teure Fächer, etwa Medizin oder Naturwissenschaften, reiche das Geld aber immer noch nicht, sagen Kritiker. Für den neuen Pakt stellt die Bundesregierung 3,75 Milliarden Euro in Aussicht und erwartet, dass die Länder die gleiche Summe investieren.
Das Geld des Bundes fließt nur, wenn in einem Land tatsächlich mehr Studenten starten. Das Geld wird nach einem komplizierten Schlüssel verteilt, Sonderkonditionen gibt es für die Stadtstaaten und die neuen Länder. Sie können bereits Geld des Bundes erhalten, wenn sie die Zahl ihrer Studienanfänger lediglich halten. Denn in Ostdeutschland geht die Zahl der Schulabsolventen bereits jetzt rapide zurück. Und Städte wie Berlin und Bremen nehmen schon seit Jahren überdurchschnittlich viele Studenten auf. Weil Berlin außerdem viele teure Medizin-Studienplätze anbietet, bekommt die Stadt pauschal zehn Millionen Euro.
Mehr Platz für Studenten sollen vor allem die westdeutschen Flächenländer einrichten. Bayern hat angekündigt, 3000 neue Stellen an den Hochschulen zu schaffen, Nordrhein-Westfalen gründet vier neue Fachhochschulen. Allerdings könnten Bundesländer auch versuchen, mehr Studenten durch die Unis zu schleusen, indem sie einfach die Lehrverpflichtung der Dozenten erhöhen oder vollere Seminare in Kauf nehmen.
Teil des Hochschulpakts ist außerdem eine "Programmpauschale" (overhead) für Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Werben Wissenschaftler DFG-Geld ein, erhalten die Hochschulen für ihre Infrastruktur noch einmal 20 Prozent der Fördersumme dazu. Der Bund will dafür bis 2015 etwa 1,68 Milliarden Euro ausgeben.
Auf der nächsten Seite: Alle Fakten zur Exzellenzinitiative und zum Pakt für Forschung und Innovation.
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- Hochschulpakt beschlossen 18 Milliarden Euro für die Wissenschaft 04.06.2009
- Hochschulpakt Wissenschaft erhält mehr Geld 03.06.2009
- Hochschulpakt 275.000 neue Studienplätze 23.04.2009
- Hochschulpakt Erbitterter Verteilungskampf 31.03.2009
- Verhandlungen zum Hochschulpakt Banken gerettet, Unis vergessen 03.06.2009
- Laptops in der Vorlesung Klappe zu, Student allein 20.05.2010
- Bologna-Konferenz Randale während der "Schavan-Show" 17.05.2010
Unnütze Hygienemaßnahmen
Studenten geht auf die Barrikaden!
Das Geld fließt wiedereinmal nur in die Forschung und kein Cent wird zur Verbesserung der Bildung an Hochschulen verteilt. Lediglich der Aufwuchs an Studenten durch das von der Regierung selbst herbeigeführte 2012-Problem wird kompensiert. Die Schlagzeilen sind irreführend und scheinheilig. Im ganzen Absatz wird klar: Kein Cent für die Hochschulbildung. Nur Forschung und ohnehin proper finanzierte Institutionen gewinnen.
Wo bleibt die Exzellenzinitiative für die Lehre? Wo bleibt Geld um Hörsaäle auszustatten und Tutoren einzustellen? Wo bleibt Geld für die Bachelor/Master Umstellung? Wo bleibt Geld für die Akkreditierung der neuen Studiengänge? Nix da! Dafür Studiengebühren.
http://www.gew.de/Bildungsstreik_2009_2.html
http://bs.risiko09.de/
Studenten geht auf die Barrikaden!
Das Geld fließt wiedereinmal nur in die Forschung und kein Cent wird zur Verbesserung der Bildung an Hochschulen verteilt. Lediglich der Aufwuchs an Studenten durch das von der Regierung selbst herbeigeführte 2012-Problem wird kompensiert. Die Schlagzeilen sind irreführend und scheinheilig. Noch schlimmer ist der zusätzliche Artikel http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/458/471002/text/2/ Im ganzen Absatz wird klar: Kein Cent für die Hochschulbildung. Nur Forschung und ohnehin proper finanzierte Institutionen gewinnen.
Wo bleibt die Exzellenzinitiative für die Lehre? Wo bleibt Geld um Hörsaäle auszustatten und Tutoren einzustellen? Wo bleibt Geld für die Bachelor/Master Umstellung? Wo bleibt Geld für die Akkreditierung der neuen Studiengänge? Nix da! Dafür Studiengebühren.
http://www.gew.de/Bildungsstreik_2009_2.html
http://bs.risiko09.de/
Wettbewerbs-Blabla und wieder mal die Kohle am falschen Ende. Vor allem, wenn die Hochschulen noch in "Vorleistung" treten müssen. Die lernen nix, aber auch gar nix. Herrjeh, wir wollen flächendeckend funktionierende Hochschulen, die jedem, aber auch jedem, der ein Abitur hat, zu einem guten Abschluß führen können. Aber nein, Regulation über Geldmittel, damit die Bertelsmännder weiterhin ihren Bildungs-Unsinn in Deutschland durchdrücken können, der dazu führt, daß sich an den sogenannten Elite-Hochschulen nichts ändert und der Rest in peinliche Unterbelichtung verfällt. Mehr Geld für Professoren, Einrichtung weiterer Lehrstühle, Ausbau des akademischen Mittelbaus und Schluß mit der Unsitte, jeden Prof gleich zu verbeamten würde schon ausreichen. Da brauchts keine blödsinnigen Exzellenzinitiativen.