Deutsche Arbeitnehmer haben im vergangenen Jahr 2,8 Prozent mehr verdient als noch 2007. Die höchsten Gehaltszuwächse gab es ausgerechnet im Kredit- und Versicherungsgewerbe.
Die Verdienste der Arbeitnehmer in Deutschland sind im vergangenen Jahr im Schnitt stärker gestiegen als die Verbraucherpreise. Insgesamt erhöhten sich die Löhne und Gehälter im Vergleich zu 2007 um 2,8 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin mit. Im selben Zeitraum betrug die Teuerungsrate 2,6 Prozent.
Gehälter in Deutschland: Bei den Lohnnebenkosten landete Deutschland im Mittelfeld der EU-Statistik. (© Foto: ddp)
Anzeige
Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich verdiente demnach durchschnittlich 41.509 Euro brutto.
3,5 Prozent Zuwachs bei Dienstleistungen
Allerdings profitierten laut Statistik nicht alle Arbeitnehmergruppen gleichermaßen, wie der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, am Mittwoch in Berlin mitteilte. Im verarbeitenden Gewerbe (plus 2,3 Prozent), im Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (plus 2,4 Prozent) sowie besonders im Gastgewerbe (plus 1,7 Prozent) stiegen die Einkommen langsamer als die Verbraucherpreise.
Im Handel gab es ebenso wie im Bereich Erziehung und Unterricht ein Plus von 2,7 Prozent. Der Bereich der Energie- und Wasserversorgung sowie das Baugewerbe verzeichneten einen Verdienstzuwachs von je 3,2 Prozent. Bei den unternehmensnahen Dienstleistungen registrierten die Statistiker einen Zuwachs von 3,5 Prozent.
Die höchsten Verdienstzuwächse gab es im Kredit- und Versicherungsgewerbe mit einem Plus von 4,6 Prozent sowie im Bergbau, wo die Verdienste um 4,4 Prozent stiegen.
Der Osten liegt noch immer zurück
In den neuen Ländern stiegen die Verdienste mit einem Plus von 3,0 Prozent auf 30.151 Euro geringfügig stärker als im früheren Bundesgebiet. Dort gab es einen Anstieg um 2,8 Prozent auf 43.310 Euro. Damit erreichten Arbeitnehmer in Ostdeutschland 70 Prozent des Verdienstniveaus in Westdeutschland.
Die Arbeitskosten in Deutschland stiegen laut Egeler nur moderat an. Gemessen in der jeweiligen Landeswährung hatte Deutschland in der Privatwirtschaft mit einem Vorjahresplus von 2,5 Prozent das geringste Wachstum der Arbeitskosten aller EU-Mitgliedstaaten nach Malta (plus 1,8 Prozent).
Auf der nächsten Seite: Wie viel in Deutschland eine Arbeitsstunde kostet und wie hoch die Lohnnebenkosten sind.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch Darf es ein Dienstwagen sein? 21.10.2008
- Gehälter im Vergleich So viel verdient der Nachbar 23.07.2008
- Ratgeber Gehalt Sag' niemals .... 16.02.2007
- Niedrige Bezahlung von Frauen Selbst schuld 26.03.2010
- Bruttolöhne in Deutschland Historisches Tief im Geldbeutel 03.03.2010
- Wirtschaft kompakt Der nicht gefühlte Aufschwung 07.12.2009
- Die zehn schlechtestbezahlten Berufe Billig, billiger, Friseur 26.11.2009
Moderne Verwaltung
Wann kapieren die Redakteure endlich, dass der Durchschnitt ein Mass fuer derartige Aussagen so sinnlos wie ein Kropf ist. Oh Herr schmeiss Hirn ran!!!!
Ich frage mich gerade mal wieder, warum ich noch SZ lese.
Die Verbreitung dieser Durchschnittszahl ist doch offensichtlicher Unsinn. Dabei ist dieses Thema uralt, und es sollte in Ihrer Redaktion vielleicht nach all den Jahren nun doch ein Wissen vorhanden sein, wie im Interesse Ihrer LeserInnen mit diesem Thema umzugehen ist. Beim statistischen Bundesamt kann ich dann auch selbst nachsehen. Dazu brauche ich die SZ nicht. Mit den anderen Themen verhält es sich natürlich genauso.
Ich vermute, daß eine differenzierte Darstellung der Einkommensverhältnisse von Arbeitnehmern letzten Endes gar nicht beabsichtigt/erwünscht ist. Es könnte vielleicht doch sein, daß die Empörung wächst.
Nun werde ich mal meine Frisörin aus dem Dienstleistungsgewerbe nach ihren 41 509,- fragen.
da sehe ich kaum noch Unterschiede zur "Moskauer Prawda" ...
Die Bezugsgrößen 2009, welche das Durchschnittseinkommen der SOZIALVERSICHERUNGSPFLICHTIGEN Beschäftigten ausdrücken sind:
Ost: 25.620,- (2.135,-)
West: 30.240,- (2.520,-)
Damit wir "Stimmvieh" aber weiter glücklich und gedankenlos unsere Gänseblümchen kauen, werden hier wohl sämtliche Vorstände & Co. mit ihren Millionen hinzugerechnet.
Diese befinden sich zwar außerhalb der Sozielsysteme, sind doch aber Angestellte, oder ?
Mal so ein Rechenbeispiel: Mit einem Ackermann-Gehalt kann man gut 500 Friseusinnen im Durchschnitt auf die genannten 41.509 EUR hochrechnen.
Diese Art der Hofberichterstattung kann man seit Schröder Woche für Woche beobachten. Gibt es keine Pressefreiheit mehr ? Wo sind die hinterfragende und kritischen Journalisten ?
Schade - SZ, Du auch ?!
Bei den Lohnnebenkosten landete Deutschland im Mittelfeld der EU-Statistik. Auf 100 Euro Bruttoverdienst zahlten die Arbeitgeber im vergangenen Jahr 32 Euro Lohnnebenkosten. Damit lag Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt von 36 Euro und nahm mit Rang 15 einen Mittelplatz ein.
Die hohen Lohnnebenkosten bringen uns eines Tages noch ins Grab, da hat der Dieter Hundt schon recht, der hundling!
Oans zwoa gsuffa....
Entschuldigung, liebe SZ, aber ich muss schon wieder ihre Berichterstattung beanstanden. Die Angabe der Mittelwerte 30.151 Euro Ost und 43.310 Euro West sind ohne jedwede statistische Aussagekraft! Es fehlen Fehlerangaben - die zu jeder Statistik gehören!
Ein Beispiel: Sind die Fehler beider Mittelwerte plusminus 3,000 Euro, dann liegt tatsächlich ein signifikanter Einkommensunterschied zwischen Ost und West vor. Liegt jedoch nur einer der beiden Fehlerintervalle über 5.000 Euro, dann erreiche ich in drei Fehlerschritten den anderen Mittelwert. Damit ist der Unterschied nicht mehr statistisch signifikant und kommt vermutlich durch einen Zufallseffekt bei den befragten Personen zustande. Es ist sogar zu erwarten, dass die Fehler deutlich größer sind als 5.000 Euro, denn Einkommen schwanken vermutlich sehr. Es liegen also sogar Systematiken vor die es fraglich erscheinen lassen, ob ein einfacher Mittelwert über alle Berufsgruppen überhaupt sinnvoll ist! Eine Diskussion dieses Artikels ist somit hinfällig.
Paging