Regelmäßige Untersuchungen beim Hausarzt Check-ups lohnen nicht

Was soll schon falsch daran sein, den Gesundheitszustand regelmäßig überprüfen zu lassen? Einiges, warnen Forscher. Sie haben nach dem Nutzen von Routine-Unterschungen gefahndet - und keinen gefunden.

Die Untersuchungen gehören für viele Menschen zum Ritual: Doch die Routine-Checks beim Hausarzt sind mindestens überflüssig, wie eine neue Cochrane-Analyse ergibt. Die Untersuchungen der Forscher-Vereinigung gelten als besonders sorgfältig, da sie nur hochwertige Arbeiten in ihre Auswertungen einfließen lassen.

Die Forscher hatten die relevante Forschungsliteratur auf mögliche Vorteile für Patienten gesichtet. Am besten war untersucht, ob die Vorsorgeuntersuchungen einen vorzeitigen Tod verhindern konnten. Insgesamt neun Studien verglichen die Todesfälle von Menschen mit und ohne Routine-Untersuchungen. Einen signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen ergab sich nicht.

Zudem fanden die Forscher Hinweise darauf, dass Check-ups auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen und der Krankschreibungen nicht senken und möglicherweise Patienten nicht einmal ihre Sorgen nehmen können.

Diesem fehlenden Nutzen stehen mögliche Risiken gegenüber: Dass Patienten unnötig verunsichert werden und möglicherweise riskante weitere Tests und Behandlungen auf sich nehmen müssen. Denn bei Routine-Untersuchungen können auch Auffälligkeiten entdeckt werden, die keinerlei Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

"Es ist unwahrscheinlich, dass Patienten von allgemeinen Gesundheits-Checks profitieren", bilanziert Studienleiter Lasse Krogsbøll vom Cochrane-Zentrum in Kopenhagen. Er plädierte dafür, Patienten bei konkretem Verdacht gezielt zu untersuchen.