Mädchen oder Junge Kann man das Geschlecht des Kindes beeinflussen?

Socken an oder aus? Duftöl auf dem Nachttisch? Akrobatik im Bett? Vieles, was Paare veranstalten, um zum Kind mit Wunschgeschlecht zu kommen, beruht ausschließlich auf Aberglaube. Was die Wissenschaft herausgefunden hat, klingt allerdings kaum weniger phantastisch: Frühstücksflocken und Sonnenschein sollen Einfluss auf das künftige Geschlecht des Kindes haben.

Von Berit Uhlmann

Menschen schütteln den Würfelbecher kräftiger, wenn sie eine hohe Zahl brauchen. Sie glauben an den Lotto-Gewinn, wenn sie ihre eigenen Zahlen ankreuzen. Und sie schwören auf bestimmte Stellungen, Mondphasen oder Umgebungstemperaturen, um gezielt einen Jungen oder ein Mädchen zu zeugen. Ist das alles gleich irreal?

Vier Füße

Es gibt eine Menge absurder Hausrezepte, die zum Wunschkind führen sollen. Auch das Tragen oder Nichttragen von Socken während des Sex gehört zu diesen Mythen.

(Foto: iStockphoto)

Zunächst ist die Chance auf das Wunschgeschlecht ja nicht schlecht. Während die Wahrscheinlichkeit auf einen Lotto-Hauptgewinn viel geringer ist als die, am folgenden Tag zu sterben, liegt die Wahrscheinlichkeit für das Wunschkind bei komfortablen 50:50. Mit dieser guten Ausgangslage ist zu erklären, warum so viele Menschen mit ihren Vorkehrungen zur Zeugung des Wunschkindes scheinbar erfolgreich sind.

Zudem scheint das Geschlecht des Kindes auch nicht dem puren Zufall überlassen, wenn man sich anschaut, was Wissenschaftler herausgefunden haben: Mädchen werden häufiger geboren, wenn schlechtes Wetter, Krisen, Kriege oder Hunger herrschen. Warmes Wetter und gute ökonomische Rahmenbedingungen erhöhen dagegen die Chance auf einen Jungen.

Eine aktuelle Studie bestätigt diese Erkenntnisse. US-Forscher werteten die Geburten während der großen Hungersnot in China von 1959 bis 1961 aus. Während die Bevölkerung litt, kamen mehr Mädchen zur Welt.

Schon 2008 hatten britische Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen dem Ernährungsstatus der Frauen und dem Geschlecht ihres Kindes festgestellt: Frauen, die sich zum Zeitpunkt der Empfängnis sehr energie- und zuckerreich ernährten, bekamen überdurchschnittlich häufig Jungen. Besonders die Frauen, die morgens Müsli bevorzugten, gebaren etwas häufiger Söhne.

Diese Beobachtungen stützen die vorangegangen Untersuchungen: Die Ernährung zur Zeit der Empfängnis ist abhängig vom Wetter und den ökonomischen Gegebenheiten innerhalb des Umfelds der Frauen. Und sie ist wahrscheinlich ein Indikator für die Energiereserven und den Gesundheitszustand der Frau.