Die fruchtbaren Tage bestimmen Dem Eisprung auf der Spur

Hormoncomputer und Co: Geräte und Hilfsmittel zum Bestimmen der fruchtbaren Tage bescheren den Herstellern satte Umsätze. Doch taugen sie tatsächlich mehr, als die preiswerten Methoden der Familienplanung?

Ein Überblick. Von Berit Uhlmann

Sollten sich Paare allein auf ihr Gefühl verlassen, den Kalender konsultieren, die Temperatur messen oder in einen Hormoncomputer investieren? Die Vor- und Nachteile der Methoden zur Familienplanung:

Kalendermethode

Der Eisprung erfolgt in der Mitte des weiblichen Zyklus, bei regelmäßigem Zyklus wäre dies der 14. Tag nach Einsetzen der letzten Periode. Um die Mitte bestimmen zu können, sollten Frauen mindestens sechs Monate lang ihren Zyklus beobachten, um die durchschnittliche Länge zu ermitteln. Doch selbst nach dieser Vorbereitung ist diese Methode nicht sehr zuverlässig. Denn der Zyklus kann von Monat zu Monat schwanken, Krankheiten, Stress oder Reisen können ihn zusätzlich beeinflussen.

Körpersignale deuten

Manche Frauen spüren während des Eisprungs Schmerzen im Unterleib, die Brüste können empfindlich sein; leichte Blutungen können auftreten. Bei vielen Frauen ist die Lust auf Sex zu diesem Zeitpunkt größer als sonst.

Zudem verraten Frauen ihre fruchtbare Phase durch eine ganze Reihe von weiteren, weniger bekannten Anzeichen: Wissenschaftler haben festgestellt, dass sie in der Zeit des Eisprungs häufiger Röcke oder andere besonders attraktive Kleidungsstücke tragen, ihr Geruch wirkt anziehender auf Männer, sie fühlen sich zu besonders maskulinen Männern hingezogen und haben weniger Kontakt zu ihren Vätern. Auch Männer in engen Partnerschaften reagieren unbewusst auf den Zyklus ihrer Partnerin: Sie neigen während der fruchtbaren Phase stärker zur Eifersucht und Rivalität mit anderen Männern.

Dennoch kann das Schärfen der Sinne den Eisprung nicht sicher bestimmen. Die Trefferquote von Frauen, die den Tag ihres Eisprungs aufgrund eigener Beoabachtung bestimmen sollten, liegt Studien zufolge bei nur etwa 28 Prozent.

Temperaturmethode

Etwas besser kann die Empfängnisbereitschaft durch Messungen der Körpertemperatur bestimmt werden. Kurz nach dem Eisprung steigt die Temperatur um etwa 0,3 bis 0,5 Grad Celsius. Um den Unterschied zu bemerken, müssen Frauen regelmäßig vor dem Aufstehen an der gleichen Körperstelle ihre Temperatur messen und notieren. (Einen Kalender dafür gibt es hier). Studien haben ergeben, dass Frauen so die fruchtbaren Tage mit einer Trefferquote von 57 bis 70 Prozent bestimmen können. Dass die Methode nicht sehr genau ist, liegt vor allem daran, dass Erkrankungen, Alkoholkonsum, Medikamente oder veränderte Schlafgewohnheiten die Körpertemperatur beeinflussen können.

Hormoncomputer

Diese Geräte bestimmen den Beginn der fruchtbaren Phase anhand von Hormonmessungen im Urin. Die Teststreifen sind ähnlich wie Schwangerschaftstest zu handhaben, das heißt, sie werden in den Morgenurin gehalten. Der Minicomputer liest dann die Konzentration des so genannten luteinisierenden Hormons aus. Sie ist kurz vor dem Eisprung am höchsten. Verschiedene Untersuchungen bescheinigen den Geräten eine Genauigkeit von 90 bis 100 Prozent. Allerdings können bestimmte Medikamente wie Antibiotika oder einige Psychopharmaka sowie Erkrankungen das Testergebnis verfälschen. Ein Nachteil ist der Preis der Geräte. Mindestens 100 Euro müssen Verbraucher dafür zahlen, hinzu kommen regelmäßige Ausgaben für die Teststreifen.

Egal mit welcher Methode der Eisprung bestimmt wird: Wenn Paare zum optimalen Zeitpunkt Sex haben, ist nicht garantiert, dass die Frau schwanger wird. Tipps, wie Sie die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen, finden Sie hier.

(Quellen: Bundesverband der Frauenärzte, American Society for Reproductive Medicine)

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