Wertvolle MünzenWenn der Secret Service hinter dem Gold her ist

Sie werden gestohlen, an Diplomaten in der ganzen Welt verschenkt, von amerikanischen Agenten gejagt oder entgehen dem Einschmelzen: Wenn seltene Münzen diese Tortur überleben, können sie Millionen Wert sein. Eine Auswahl der teuersten Münzen der Welt.

Wertvolle Münzen – 10 Dollar - Indian Head von 1907

Die Finanzkrise schürt Ängste bei den Anlegern: Die wollen ihr Geld möglichst sicher unterbringen. Seit einigen Jahren haben sie dafür einen Markt entdeckt, auf dem sich früher vor allem Sammler tummelten - sie sind auf der Suche nach seltenen Münzen. Der Numismatikexperte Jacek Hartmann von Pro Aurum schätzt: "Das Verhältnis hat sich seit der Finanzkrise extrem verschoben. In den Münzauktionen sitzen heute bestimmt 50 Prozent Anleger."

Über den Wert entscheiden vor allem die Qualität und die Seltenheit der Münzen. Dabei ist das Material oft gar nicht so entscheidend -  auch für Silber- oder Nickelmünzen bezahlen die Käufer hohe Preise. Die teuersten Münzen kommen aus den USA. Warum? Der Patriotismus der Amerikaner trüge maßgeblich dazu bei - und die Währung der Münzen: Die Amerikaner haben in ihrer ganzen Geschichte nur den Dollar gehabt, sagt Hartmann.

Wie viele Exemplare es von diesem Indian Head (Eagle) aus dem Jahr 1907 geben könnte, weiß keiner genau: Die Schätzungen reichen von 45 bis zu lediglich zehn Stück. 50 Exemplare waren geprägt worden. Die oben abgebildete ist wohl am Besten erhalten, da sie bisher lediglich vier Besitzer hatte. Im Januar 2011 wurde sie für 2.185.000 Dollar versteigert. Numismatiker schätzen sie wegen ihres samtigen Glanzes.

Die Münze gab Teddy Roosevelt 1905 bei dem Künstler Augustus Saint-Gaudens in Auftrag. Er sollte ein neues Design für die goldenen US-Münzen zu entwerfen. Gaudens behielt das Profil der römischen Freiheitsgöttin Libertas (Liberty) bei, und setzte ihr einen Federkranz auf. Auf dem Rand der Münze sind 46 Sterne geprägt, stellvertretend für die damalige Anzahl der Bundesstaaten der USA.

Bild: Heritage, Pro Aurum Numismatik 5. September 2011, 11:332011-09-05 11:33:06 © sueddeutsche.de/kahe/hgn/cat