Am Samstag tauchten nun neue Vorwürfe im Spiegel auf. Sie entlasten Roth und verleihen der Affäre eine abenteuerliche Dimension. Demnach hat es die Bank nicht bei den präparierten Papieren belassen. Sie habe zudem die Sicherheitsfirma Prevent und deren Sub-Unternehmer Arndt U. gebeten, den Rauswurf von Roth gezielt einzufädeln. Festgehalten ist das in einem "Protokoll eines Gesprächsverlaufes" zwischen Detektiv U. und dem HSH-Betriebsratschef Olaf Behm, das der SZ vorliegt.
Anzeige
Der Detektiv hat demnach in Roths Vorstandsbüro Wanzen installiert und dessen Privatwohnung in Hamburg durchsucht. Dort versuchte er angeblich, dessen Telefon anzuzapfen, was "jedoch nicht möglich gewesen sei". Außerdem bekannte der Detektiv laut Protokoll, dass er "und nicht Herr Roth" die E-Mail mit dem geheimen Dokument versandt habe - was Roth entlasten würde.
Inzwischen haben Bank und Fahnder reagiert. Nach Zugang des Gesprächsprotokolls hat sich die Staatsanwaltschaft in Hamburg eingeschaltet: Sie ermittele gegen den Sicherheitsberater der HSH "im Zusammenhang mit einer Manipulation im Bereich der internen Kommunikation", bestätigte Staatsanwalt Bernd Mauruschat. Es bestehe der Verdacht, dass dieser gegen das Telekommunikationsgesetz verstoßen habe.
Auch die Bank hat reagiert: Am Freitag versandte Vorstand Martin van Gemmeren eine interne E-Mail mit der Nachricht, dass Chefjustiziar Wolfgang Gößmann freigestellt sei. Ein HSH-Sprecher wollte sich dazu am Montag nicht äußern. Gößmann weist den Verdacht von sich, dass er von den illegalen Spitzelaktionen gegen Ex- Vorstand Roth gewusst oder diese gar beauftragt habe. "Unserem Mandanten ist von diesem Sachverhalt nichts bekannt und er war an diesen angeblichen Sachverhalten in keiner Weise beteiligt", sagt dessen Anwalt Gernot Lehr von der Sozietät Redeker.
Gößmann ist nicht der einzige, der nichts gewusst haben will. Am Montag meldete sich der beschuldigte Detektiv und erklärte die im Protokoll festgehaltenen Sachverhalte für schlichtweg falsch. Er habe das nie gesagt und es entspreche nicht der Realität.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Thema
- HSH Nordbank RSS
- Razzia bei HSH Nordbank Auf der Jagd nach Beweisen 26.05.2010
- Finanzkrise HSH Nordbank streicht 750 Jobs 08.09.2008
- Finanzkrise Nordbank will Hilfe vom Staat 25.10.2008
- EU-Forderung an Landesbank HSH Nordbank soll Flugzeuggeschäft verkaufen 16.06.2011
- HSH Nordbank Mysteriöse Kündigung 10.03.2011
- Finanzen kompakt Londoner Börse flirtet mit Nasdaq 07.03.2011
- Umstrittene Sicherheitsfirma Prevent vor der Pleite 17.02.2011
(SZ vom 24.08.2010/bb/hgn)
Christopher Lee zum 90.
Ich dachte das ist eine Bank aber es zeigt sich das es der Geheimdienst ist und Nonnenmacher die Politiker leimt!
Liebe SZ,
die Schriftgroeße der Kommentare ist derartig winzig,
dass schon nach wenigen Minuten die Augen schmerzen...
Hochachtungsvoll
Max Saufler
Wurde in den letzten drei Jahren nicht diese restrektiven und wirtschaftsfeindlichen Gesetzte und die Bankenaufsicht durch die Regierung für die Banken so geändert, das diese endlich Befreit von dieser Last so richtig nach internationalen N´drangheta Standard arbeiten können (So nennt sich doch diese internationale Bankenvereinbarung?)? Und wurde nicht auch die einzige Verpflichtung gegenüber dem Staat (Steuerzahler) so geregelt, das hier keine finanziellen Probleme mehr für die Banken auftreten, egal wie gut die Geschäfte laufen? Alles sehr merkwürdig. Vermutlich ist diese Bank systemrelevant, wie alle Banken und eine Aufklärung kann nur erfolgen, wenn alle Staaten diesem zustimmen. Frau A.M. übernehmen Sie! Ich denke, Sie sind die einzige, die eine Lösung wie bei der Atomengerie hinbekommt und zeigen sie ihren im Aufsichtsrat/Vorstand sitzenden Parteimitgliedern, wie man sowas aus den Zeitungen rangiert. Der Dank von Herrn Ackermann und den Banken-Parteiaufsichtsräten wird ihnen sicher sein.