Verdacht des Insiderhandels Heiße Geschäfte mit dem Playboy

Playmates, Poolpartys und satte Gewinne an der Börse: Hugh Hefners Schwiegersohn William A. Marovitz soll viel Geld mit Playboy-Aktien verdient haben. Aber ging dabei auch alles mit rechten Dingen zu?

Von Alina Fichter

Er hatte immer Glück im Leben, schaffte er doch den Sprung in eine Welt, deren Alltag geprägt ist von halbnackten Playmates, Poolpartys und Prominenten: William A. Marovitz, 66, ist Geschäftsmann in Chicago und ehemaliger Senator von Illinois und er gehört dazu.

Christie Hefner (4. von links) bei der Eröffnung der  Ausstellung "Playboy Exposed" im Jahr 2006. Ist ihr Mann in Insidergeschäfte mit Playboy-Aktien verwickelt?

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Schließlich ist er kein geringerer als der Schwiegersohn von Hugh Hefner, dem legendären Gründer der Zeitschrift Playboy, der nur seine Bunnys mehr liebt als Luxus und Geld. Und Marovitz? Ist nah dran an Hefner, dem Erfolg der Herrenzeitschrift und all dem, was das Leben eines Mannes versüßt, seit er vor 16 Jahren Christie Hefner heiratete, die Tochter des Häschen-Herrschers. Zu nah, wie sich jetzt herausstellte.

Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC beschuldigt Marovitz des Insiderhandels mit Playboy-Aktien. Er soll beispielsweise, kurz nachdem seine Frau Christie, bis vor kurzem noch Chefin der Zeitschrift, ihm ins Ohr flüsterte, die Geschäfte liefen gerade nicht so gut wie erhofft, Wertpapiere in großem Stil verkauft haben - lange bevor alle übrigen Aktionäre von den miserablen Quartalszahlen erfuhren. 2004 und 2008 war das.

Der Höhepunkt von Marovitz illegalem Treiben folgte 2009. Playboy steckte mitten in Verkaufsverhandlungen, der alte Hefner wollte seine Zeitschrift wieder ganz für sich haben, auch die 30 Prozent, die er einmal an der Börse verscherbelt hatte. Marovitz wusste davon, schließlich gehört er dazu. Zwar war seine Frau nicht mehr Chefin des Verlags, aber immer noch eine der wichtigsten Playboy-Beraterinnen.

Marovitz erstand 9000 Aktien für schlappe 2,77 Dollar das Stück. Zwei Tage später, als der Deal bekannt wurde, waren sie fast das Doppelte wert. Und kurz bevor Hefner den Konzern von der Börse nahm, verkaufte Marovitz alle Anteile. Glück gehabt, mag er sich noch gedacht haben. Mindestens 100.952 Dollar hat er verdient, indem er vertrauliche Informationen missbrauchte, heißt es.

Dabei hatte Christie, seine Frau, ihn immer wieder gewarnt. Tu das nicht, das verstößt gegen das Gesetz, hatte sie gesagt, so steht es in den Papieren der Börsenaufsicht. Und sie sollte Recht behalten: Man kam Marovitz auf die Schliche. Zwar bekennt er sich offiziell nicht für schuldig, oh nein. Aber er willigt sofort ein, 168.352 Dollar Strafe zu zahlen.

Weg sind sie, die schönen Gewinne aus dem Aktienhandel. Das Glück, so scheint es, hat William A. Marovitz verlassen.