Sam Zell hat mit Immobilienspekulationen Milliarden verdient. Jetzt macht er sich als Besitzer eines Medienkonzerns unbeliebt. Das stört ihn nicht. Im Gegenteil.
Manchmal ist es die Langeweile, die einen auf neue Gedanken bringt. Dieser Zustand des Überdrüssigseins, der das Unerfüllte, die Sehnsucht bewusst macht. Sam Zell studierte Ende der sechziger Jahre Rechtswissenschaft in Chicago; gibt es Langweiligeres? Sicher. Aber Zell spürte, dass ihn das alles schlicht nervte: dieser juristische Krimskrams, dieses gottverdammte Gerechtigkeitsgetue, diese Typen und Tussis in ihren schicken Kleidern und Sportwagen. Nein, dachte er, das kann es, das darf es nicht gewesen sein.
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"Sam sieht aus wie einer aus dem Wilden Westen, und so benimmt er sich auch", sagt einer, der Sam Zell gut kennt. (© Foto: AP)
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Zell war 28, als er sich entschloss, in Immobilien zu machen. Immobilien? Zugegeben, nicht gerade spannender als die Juristerei. Bringt aber mehr Geld. Heute hat der 66-Jährige viel davon. So viel, dass er es gar nicht ausgeben könnte, so viel hat er. Und das weiß er auch.
Tanz auf dem Grab - oder den Fehlern - anderer
Zell schuf seinen Reichtum mit Dingen, die andere für verloren erklärten. Mitte der Siebziger kaufte er heruntergekommene Immobilien, die einst gut drei Milliarden wert waren, für ein paar Dollar. Zell machte daraus Hunderte von Millionen. Sein Prinzip: Er kaufte billig und spekulierte darauf, dass der Wert stieg. Zell spekulierte fast immer richtig. 1978 schrieb er einen Artikel in der Real Estate Review, in dem er unter der Überschrift "Der Grabtänzer" seinen Erfolg erklärte. Zell tanzte auf den Gräbern anderer, besser gesagt, auf den Fehlern anderer. Und, das muss man sagen, Zell tanzt auch heute noch sehr gut.
Wenn Zell nicht auf Gräbern tanzt, fährt er am liebsten Motorrad. Zusammen mit seinen Jungs, er nennt sie "Zell's Angels", macht er jedes Jahr eine Tour. Mal Italien, mal Schweiz, mal Korsika. Auf ihren Harleys lassen sie, so sagt einer von Zells Engeln, so richtig die Sau raus. Abends trinken und essen sie sehr gut und sehr viel, rauchen Marihuana, grölen Army-Songs.
Zu Hause in Chicago fährt Zell gerne mit seiner gelben Ducati ins Büro. Anzug und Krawatte hasst er. Zell trägt Jeans, dazu T-Shirt oder aufgeknöpftes Hemd. "Sam sieht aus wie einer aus dem Wilden Westen, und so benimmt er sich auch", sagt einer, der ihn gut kennt.
Einer, der Zell noch besser kennt, ist Will Weinstein, Professor für Wirtschaft an der Universität Hawaii. Weinstein lud Zell vor ein paar Jahren ein, um vor Studenten über Wirtschaft und Ethik zu sprechen. Damals saßen gerade die Enron-Manager vor Gericht und mussten sich für Geldwäsche und andere kriminelle Machenschaften verantworten. Einer der Studenten fragte Zell, ob er denn noch an Moral in der Wirtschaft glaube. Zell antwortete: "Leute, die in der Wirtschaft arbeiten, sind nicht anders als Sie und ich. Am Ende wird uns immer vorgeworfen, wir Hurensöhne steckten zu viel Geld ein. Na und? Ich sag Ihnen was: Ich arbeite mir jeden Tag den Arsch auf!"
Mit Gold gepflasterte Straßen
Diese mit Obszönitäten und Kraftausdrücken gefärbte Sprache hat Zell, so weiß es das Magazin New Yorker, nicht aus Westernfilmen abgeguckt, sondern von seinem Vater. Der hieß Bernard Zielonka, war Pole und floh zusammen mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter im August 1939 vor den Nazis nach Amerika. Dort änderte er seinen Namen in Zell und sagte seinem Sohn Sam, der in Chicago geboren wurde, von klein auf diesen Satz: "Junge, die Straßen hier sind mit Gold gepflastert."
Manchmal ist es ein Satz, der einen auf neue Gedanken bringt. Mit zwölf Jahren fuhr Sam Zell einmal im Monat mit dem Bus nach Downtown Chicago und kaufte Playboy-Magazine, das Stück für 50 Cent. Daheim in Highland Park, verkaufte er sie an seine Freunde - für drei Dollar pro Heft. Es sind Geschichten wie diese, die Zells Geschäftssinn beschreiben. Und es ist die Vertreibung seiner Familie, die ihn immer wieder innerlich aufwühlt. Er sagt: "Ich denke, Jude zu sein, heißt, für immer verwundbar zu sein."
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In einzelnen Stellen des Neuen Testamentes ist die Zerstörung des Jerusalemer Tempels zu entnehmen, als sei diese Katastrophe Gottes Strafe für Verfehlungen Israels im Hinblick auf die Geldverleiher und Sklavenhändler, gewesen. So klagen sich noch heute viele J..den selbst an. Es gibt jedoch auch einige die davon nicht`s hören wollen.
Sam Zielonka und Blackstone was haben sie getan? Was der Artikel nicht hergibt, ist die Tatsache, dass Sam Zielonka seine Schrottimmobilien (zum Teil nicht ein 1/80 Wert, vom angesetzten Bewertungswert) an Blackstone verkauft hat. Wer glaubt das Blackstone das Geld für den Kaufpreis selbst aufbrachte, täuscht sich.
Blackstone nahm das benötigte Geld für den Kauf des Schrottimmobilien-Imperiums des Sam Zielonka bei den Rentenfonds und an der Börse auf. Auch Kredite mancher Deutscher Landesbanken waren dabei.
Man gaukelte den Anlegern, Gläubigern und Aktionären vor, die im Bestand vorhandenen Immobilien seien Werthaltig und sicher.
Heute weiß die ganze Welt, dass dies alles lug und trug war.
Man stellt einen aus Polen vor den Nazis geflüchteten J..en, der durch Spekulationsgeschäfte, also keiner richtigen Arbeit, zum Milliardär geworden ist, als Unmenschen dar. Sam Zielonka habe nur Verachtung gegenüber seinen Mitarbeitern, was für ihn zählt sei die Ausbeutung der Menschen und Geld; mehr nicht.
Zugegebenerweise ist Sam Zielonka und Blackstone problematisch. Solche Menschen bzw. Firmen gibt es auch unter Christen, Moslems und in anderen Religionen.
Deshalb sind alle J..en keine Menschenausbeuter. Ich bin der Überzeugung eine überwältigende Mehrheit der J..en gute Menschen sind.
Der Grabtänzer - stammt von Zell selbst "The Grave Dancer (I was dancing on the skeletons of other peoples mistakes), 1978. Die Verkaufssumme 23 ... ist ebenfalls falsch - sie lautet 39 ....
Zum guten Schluss: Nun hat SZ in meinen Augen für eine grosse Mehrheit Leser aber einen arg bösen Fehler begangen. Nun hat man endlich in monatelanger harter Arbeit die "subprimes" hochgejubelt zur grössten "Finanzkrise" überhaupt jemals gesehen - quasi biblische Ausmasse und nun muss man lesen, es gab schon 1978 "Grabtänzer"......oh oh.
Da gebe ich ihnen Recht. Religion sollte in einen solchen Artikel allgemein keine Rolle spielen. Doch auch hier muß ich einschränken, dass die Flucht aus Polen doch relevant ist für die Biographie von Zell.
Grundsätzlich ist mir der Begriff aber zu wertend. Andere wollen auch nur niedrig kaufen und teuer verkaufen...
Wäre der Ausdruck "Grabtänzer" weniger geschmacklos, wenn er einem Christen, Muslim, Hindu oder Atheisten gälte?
Machen Sie sich frei von einer besonderen Empfindlichkeit, sobald es um Menschen geht die jüdischen Glaubens sind. Diese Menschen haben meistens nur einen Wunsch: Genauso behandelt zu werden wie andere Menschen anderen Glaubens! Also nicht besser und nicht schlechter.
Paging