Studie zu Elektrogeräten Kosten von 100 Milliarden Euro pro Jahr

Warum aber sollten die Hersteller solche Produkte schneller kaputtgehen lassen? "Es geht um Renditemaximierung", sagt Stefan Schridde. Der Einbau minderwertiger Teile spare Kosten. Weil die Geräte schnell kaputtgehen, machen die Firmen andererseits mehr Umsatz. "Die Strategie allmählicher Qualitätsverschlechterung", so heißt es in der Studie, "wird in Form steigender Gewinne belohnt."

Eine Argumentation, die Werner Scholz nicht nachvollziehen kann. Der Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Verband der Elektroindustrie (ZVEI) sagt: "Die Hersteller wären schlecht beraten, wenn sie so handeln würden." Ein Verbraucher, dessen Waschmaschine nach vier Jahren kaputtgehe, werde das nächste Gerät anderswo kaufen.

"Wir brauchen klare Vorgaben für die Reparierbarkeit"

Er habe keine Anhaltspunkte, dass die Haltbarkeit zurückgehe: Laut einer vom Verband in Auftrag gegebenen Studie sind von den fast 180 Millionen in deutschen Haushalten eingesetzten Geräten mehr als 75 Millionen älter als zehn Jahre.

Für die Grünen ist die Studie dennoch Anlass, schärfere gesetzliche Regelungen zu fordern. "Wir brauchen klare Vorgaben für die Reparierbarkeit und Austauschbarkeit von Einzelteilen", sagt die verbraucherpolitische Sprecherin Nicole Maisch. Schließlich seien mit geplantem Verschleiß Müllberge und Kosten verbunden.

Wie hoch diese sind, dazu liefert die Studie eine Schätzung: Müssten die Verbraucher nicht ständig neue Produkte kaufen, weil die alten zu früh kaputtgehen, blieben ihnen im Jahr 100 Milliarden Euro übrig.