SZ: Was denken Sie, wenn Sie sich heute die Chart-Hits anhören?
Entspannt in München: Michael Cretu. (© Foto: Robert Haas)
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Cretu: Das höre ich mir nicht an.
SZ: Warum nicht?
Cretu: Ich will keine Musik für die Hitparade machen. Meine Kinder hören das. Mein Sohn kam zu mir und sagte: "Hey, kennst du Umbrella von Rihanna?" Nein hab' ich gesagt, aber lass mal hören. "Wird ein Welthit", hab' ich gesagt.
SZ: Können Sie hören, ob ein Lied ein Hit wird?
Cretu: Sollte ich. Umbrella habe ich mir 40 Mal hintereinander angehört und war begeistert. Klappt aber nicht immer.
SZ: Heute sind Produzenten wie Timbaland selbst Stars. Er produziert Madonna und Britney Spears. Warum drängten Sie nie selbst ins Rampenlicht?
Cretu: Naja, Timbaland ist nicht der Erste. Phil Specter war schon in den Sechzigern ein Star. Ich selber brauch' das nicht. Ich will nicht gefeiert werden von 150.000 Leuten.
SZ: Kommt das vielleicht daher, weil Sie im sozialistischen Rumänien geboren und aufgewachsen sind?
Cretu: Kann sein. Leute, die protzen, meide ich. Das mag ich überhaupt nicht.
SZ: War das Geld in Ihrer Kindheit und Jugend knapp?
Cretu: Überhaupt nicht. Mein Vater war Diplom-Ingenieur, meine Mutter Doktor in Volkswirtschaft und Außenhandel. Es ging uns gut in Bukarest. Ich hatte alles, bis auf eine Levi's Jeans.
SZ: Wie kamen Sie zur Musik?
Cretu: Damals gab es im Osten eine Art Talent-Scouting. Von der ersten Klasse an wurde geguckt, wer Talent hat - und der wurde dann stark gefördert.
SZ: Wie?
Cretu: Zum normalen Unterricht hatte ich 13 Musikfächer. Ich sollte Konzertpianist werden.
SZ: Hat nicht geklappt.
Cretu: Mit 16 hat es mich genervt, immer die gleichen Standardwerke zu spielen. Was gibt es da schon? Das war mir zu eintönig. Ich wollte Komposition und Dirigieren studieren. Nach der Flucht meiner Eltern nach Deutschland war ich in Frankfurt an der Uni - aber das Studium hat mich enttäuscht. Wir haben im fünften Semester Sachen gemacht, die habe ich in Rumänien schon mit zwölf gelernt. Da waren Lichtjahre dazwischen. In Rumänien war die Ausbildung besser.
SZ: Sie verdanken dem Kommunismus Ihre Karriere?
Cretu: Soweit würde ich nicht gehen. Ich hatte ja nicht mit Klassik-Kompositionen Erfolg. Aber ein fundiertes Wissen habe ich mir dort schon angeeignet.
SZ: Und viel Geld damit verdient.
Cretu: Ja, aber Geld ist mir nicht wichtig.
SZ: Das glauben wir Ihnen nicht. Sie leben auf Ibiza in einer 2000-Quadratmeter-Villa.
Cretu: Für mich ist Geld wie ein Auto - es bringt mich schneller von A nach B. Mein Antrieb ist aber kein dickes Bankkonto. Ein Freund hat mal gesagt: Das Geld, das du nicht ausgibst, hat nur einen virtuellen Wert - nur die Bank freut sich darüber. Er hat recht. Warum soll man Geld anhäufen?
Lesen Sie weiter, warum Cretu Geld für gefährlich hält.
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Debatte über Urheberrecht
....es ist zwar nicht wirklich wichtig aber: Der Produzent heißt Phil Spector. Nicht Specter.
Beste Grüße
wawerka
Herr Cretu ist selbst ausgewiesener Experte in Sachen "Klopapier-Musik", und das nicht erst heute. ich sach nur "Maria Magdalena". Würg.
Ich hab grossen Respekt vor dem Schaffen des Herrn Cretu, sein Sound ist einzigartig. Ausserdem fand ich immer toll dass ein "Geek" wie er mit einer so huebschen Frau zusammen war. Sandra war ein schlaues Madel das gewusst hat: Der ruhige Macher im Hintergrund ist einem bloeden dauerlabernden Lackaffen vorzuziehen :-D
Cretu macht sein Ding und hat seine Nische gefunden, das ist bewundernswert. Nur das Rauchen sollte er sich abgewoehnen...hehe...