Der Fehler ist schwer nachvollziehbar und den Beteiligten äußerst peinlich. Die Hypo Real Estate hat sich um 55 Milliarden Euro verrechnet. Die Fehlbuchung zeigt, dass Banker zwar mit immer höheren Summen jonglieren - es um ihre Rechenkünste allerdings nicht besonders gut steht.
Es ist wieder ein Fall, der Deutschlands Bürger zum Staunen bringt - zum Lachen aber zu bitter ist. Wenige Themen beherrschten die Schlagzeilen und Gespräche am Wochenende so wie die Panne bei der verstaatlichten Skandalbank Hypo Real Estate (HRE), die 55 Milliarden Euro falsch verbucht hat - weil die Banker "plus" und "minus" verwechselten.
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Das Logo der FMS Wertmanagement: Bisher ist nur bekannt, dass bei der "Bad Bank" der HRE 2010 und 2011 Bilanzposten addiert wurden, die voneinander abgezogen gehört hätten. (© dapd)
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Die Opposition goss Hohn und Spott über die Bundesregierung, die für die Kontrolle der mit Milliarden der Steuerzahler geretteten Bank zuständig ist. "Das ist kein Betrag, den die schwäbische Hausfrau in einer Keksdose versteckt und vergisst", hämte SPD-Geschäftsführer Thomas Oppermann. Der Bürger fragt sich: Kann das sein?
55 Milliarden Euro ist so eine gewaltige Summe, dass sie für die meisten Menschen unfassbar ist. Von dem Geld ließen sich ein ganzes Jahr die zweit- und drittgrößten Posten im Bundeshaushalt finanzieren - Verteidigung, Bau und Verkehr (nur der Sozialetat ist höher). Von dem Geld könnte die Regierung auch eineinhalb Jahre lang die Ausgaben für alle knapp fünf Millionen Hartz-IV-Empfänger bestreiten. Ein aufschlussreicher Vergleich, da um ein paar Euro mehr für Deutschlands Bedürftige monatelang gefeilscht wird. Der Bürger fragt sich: Was machen die bei der Skandalbank mit unserem Geld?
Der Buchungsfehler lässt sich schwer zurückverfolgen
Diese Sorge wird umso größer, als der Steuerzahler hofft, dass die Rettung des in der Finanzkrise gestrauchelten Immobilienfinanzierers für ihn nicht zu teuer wird. Zehn Milliarden Euro sind schon direkt in die HRE geflossen, die Garantien lagen zeitweise weit über 100 Milliarden Euro. Außerdem gibt es da die "Bad Bank" FMS, in die faule Wertpapiere der HRE im Umfang von gut 170 Milliarden Euro gesteckt wurden.
Wenn diese Wertpapiere über die Jahre nicht für diese Summe verkauft werden, entsteht ein Minus für den Steuerzahler. Und das ist wahrscheinlich. So hat die FMS bereits einen hohen Verlust gemeldet - und sie besitzt zum Beispiel Griechen-Anleihen für mehr als sieben Milliarden Euro, für die sie seit dem Schuldenerlass des Euro-Gipfels ganz offiziell nur die Hälfte bekommt. Der Bürger fragt sich: Wie geht es meinem Geld bei einer Bank, die sich um solche Summen verrechnet?
"Peinlich"
Die Fakten sind dünn. "Ein Buchungsfehler in der Größenordnung von 55 Milliarden Euro ist schwer nachvollziehbar", sagt ein Sprecher von CDU-Finanzminister Wolfgang Schäuble zerknirscht. Schäuble hat für diese Woche je einen Vorstand von HRE und Bad Bank FMS einbestellt - was man so macht, wenn man nicht weiterweiß. Bisher ist nur bekannt, dass bei der FMS 2010 und 2011 Bilanzposten addiert wurden, die voneinander abgezogen gehört hätten.
Es geht um erhaltene Sicherheiten für eigene Forderungen, also Geld, das zum Vermögen einer Bank gehört, zum positiven Teil. Tatsächlich wurde es aber in der Bilanz zu den Verbindlichkeiten gezählt und erhöhte so die Schulden. Das ist etwa so, als wenn auf dem Girokonto eines Bankkunden der Arbeitslohn als Ausgaben verbucht würde. Diese Praxis fiel erst jetzt auf. Wer für den Fehler verantwortlich ist, weiß die FMS noch nicht, die den Fauxpas aufdeckte. Sie nennt das Ganze "peinlich" und verspricht "umfassende Aufklärung".
Für das fassungslose Publikum bleibt die Erkenntnis, dass Finanzkonzerne und Investoren zwar mit immer höheren Summen jonglieren und immer mehr über das Leben der Menschen bestimmen - aber weder über demokratische Legitimation verfügen noch in vielen Fällen über Sachverstand. Und: dass die staatlichen Kontrolleure meist wenig kontrollieren. So häufte die Hypo Real Estate gigantische langfristige Schulden an, die sie nur kurzfristig finanzierte. Als sie nach dem Crash der US-Bank Lehman 2008 kurzfristig kein Geld mehr bekam, riss ein riesiger Abgrund auf - sie war sofort am Ende. Die Bankenaufsicht Bafin erkannte zwar nach eigenen Angaben das irrwitzige Geschäftsmodell der HRE, handelte aber nicht - oder, so die Rechtfertigung, konnte nicht handeln.
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Debatte über Urheberrecht
Zitat "... wurde nicht "Plus mit Minus verwechselt" - eher schon bei Ihnen selber ! Sie schreiben richtig am Schluss: Forderungen, Schulden und Bilanzsumme hätten sich um die besagten 55 Milliarden verringert. Dem Fachkundigen ist sofort klar, was da los war. Es wurde einmal "brutto" bilanziert, das andere mal "netto", also Forderungen mit Schulden "saldiert". Obwohl nach HGB und allen Bilanzierungsnormen ein Saldierungsverbot besteht. Mit gutem Grund: man will verhindern, dass man z.B. Schulden durch Gegenrechnung mit Forderungen "schönrechnet". Sie können ja auch nicht ihre Hypothek tiefrechnen, in dem sie dort Ihr Guthaben auf dem Girokonto abziehen. Uebrigens: das Jahresergebnis der Bank (Verlust oder Gewinn) ist mit und ohne Saldierung haargenau das gleiche."
Die Frage allerdings, sollten Sie recht haben, wäre, wo bleibt eigentlich Herr Schäuble? Ob, wie Sie a.a.O. überlegen, Saldierung gestattet war - die Ausnahmen kennen Sie ja - oder nicht, ist richtig, aber weit wichtiger: Schäuble ist Fachmann und kennt das Thema. Sollte an Ihrer Mutmassung etwas "dran" sein, so wäre das schlichtweg skandalös. Der Mann müsste m.E. schlankweg sofort zurücktreten. (Andererseits: die vergessenen Bezüge, die H Steinbrück dann auf Vorhalt klammheimlich rasch bezahlte, führten auch zu keinem Rücktritt - insofern: Schwamm drüber?) ..
Erstaunlich.
Sie glauben doch wohl nicht, dass diese Pfeiffen Abitur haben.
Ich versteh die ganze Aufregung nicht. Die haben doch damals die Bank in 2 Institute geteilt. Eine davon war die Bad Bank.
Und darin kam auch das Personal, die Bad Banker, sprich alle Pfeiffen. Is doch logisch.
Das bestätigt meinen Eindruck beim Beobachten der Studienfachwahl von Abiturienten. Da gibt es immer wieder einige, die folgender Logik zu folgen scheinen: ich kann nichts, meine Aussicht auf Erfolg ist überall gleich schlecht, dann mache ich das, was im unwahrscheinlichen Erfolgsfall den größten Gewinn verspricht.
Jedenfalls wählen auffallend viele entsprechend universalungelehrte Abiturienten die einschlägigen Studienfächer, die man bis zu diesem Zeitpunkt weder unter ihre Interessen noch unter ihre Begabungen einsortiert hätte.
Gute Nacht Europa.
....und auch andere schweizerische Bank mit Miesen und Verlusten zu kämpfen hat. Sei es warum und weshalb auch immer !
Die IKB war ja wohl so um 2008 herum der "höchste Kapital Vernichter Deutschlands", damals ! Heute gibt es inzwischen wohl schon andere Spitzen Reiter.
Immerhin hat man die Bank noch für "satte" 137,0 Mio. Euro an Lone Star verkaufen können wobei die inzwischen damit drohen diese Bank mit Gewinn wieder weiter verkaufen zu wollen. Das wird natürlich den Steinbrück dann grämen, weil das Abenteuer IKB den deutschen Steuerzahler so um die 10,0 Mrd. Euro gekostet hat.
Die DEPFA ist ja bereits vor der großen Krise an die HRE verkauft worden was letztendlich auch wieder einen Kapital Bedarf von ca. 10,0 Mrd. Euro für den deutschen Steuerzahler bedeutet hat. Na ja, heute verschwindet dieser lächerliche Betrag in den gesamten Miesen der HRE als unbedeutender Bilanzposten ( siehe 56,0 Mrd. Euro Fehlbuchung ! ).
Von einer ILS und wie auch immer, keine Ahnung wo die ist, herkommt und was für Miese sie hat ?
Aber auf ein paar Miliarden mehr und oder auch weniger kommt es ja inzwischen nicht mehr an !
Paging