HSH Nordbank 45 Millionen Dollar - ein "Geschenk" für Goldman

Mitten in der größten Krise des Instituts hat die HSH Nordbank 45 Millionen Dollar an die US-Bank Goldman Sachs überwiesen - obwohl die Hausjuristen dagegen waren.

Die Lage der HSH Nordbank war eng im November 2008. Anfang des Monats noch hatte die taumelnde Landesbank bestätigen müssen, 30 Milliarden Euro an Garantien vom Staat zu brauchen.

Und nur wenige Tage später war genug Geld in der Kasse, um 45 Millionen Dollar (31 Millionen Euro) an die US-Investmentbank Goldman Sachs zu überwiesen - und das, obwohl der Betrag offenbar gar nicht bezahlt hätte werden müssen.

Einem Bericht des Radiosenders NDR Info zufolge hätten sowohl die Rechtsabteilung der Landesbank als auch eine internationale Anwaltskanzlei festgestellt, dass die Ansprüche von Goldman Sachs an die HSH Nordbank verfallen waren.

"Außergewöhnlich" und "unüblich"

Die Bank selbst ließ den Vorgang durch einen Sprecher bestätigen. Dieser stellte jedoch das Urteil der Hausjuristen in Frage. "Ob der Anspruch tatsächlich verwirkt war", so der Sprecher, "hätte juristisch geklärt werden müssen". Bis dahin hätten Marktgerüchte, die Bank würde Ansprüche nicht bedienen, schweren Schaden für die Reputation und für die Refinanzierung der Bank haben können. "Dieses Risiko sollte vermieden werden", sagte der Sprecher.

Hintergrund ist ein Geschäft mit sogenannten Kreditausfallversicherungen. Goldman Sachs hatte sich bei der HSH Nordbank gegen Kreditausfälle des Konkurrenten Lehman Brothers versichert. Lehman Brothers war Mitte September 2008 zusammengebrochen. Darauf hätte die Landesbank eigentlich zahlen müssen. Doch Goldman Sachs verpasste die Frist um mehr als drei Wochen.

Dass die HSH den Betrag Mitte November dennoch überwies, bezeichneten Topmanager als "außergewöhnlich" und "unüblich". In Finanzkreisen wurde die Zahlung sogar als "Geschenk" bezeichnet.