Es geht immer noch schlimmer: Die US-Bank Wachovia hat den bislang größten Quartalsverlust unter allen US-Banken seit Ausbruch der Finanzkrise eingefahren.
Vor ihrer Übernahme durch die Rivalin Wells Fargo verzeichnete die US-Bank Wachovia ein Minus von fast 24 Milliarden Dollar (18,7 Milliarden Euro). Dabei handelt es sich um den bislang größten Quartalsverlust unter allen US-Banken seit Ausbruch der Krise im Sommer 2007. Gemeinsam mit dem vorangegangenen zweiten Quartal summieren sich die Verluste auf 33 Milliarden Dollar.
Von der Finanzkrise schwer getroffen: Wachovia. (© Foto: AP)
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"Die Marktbedingungen haben sich radikaler verändert als von uns allen erwartet", sagte Wachovia-Chef Robert Steel am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen. Vor fünf Wochen hatte Steel noch betont, sein Unternehmen befinde sich in einem guten Zustand.
Kreditpaket mit Wertverlust
Mit 18,7 Milliarden Dollar stammt der größte Teil des Quartalsverlusts aus Abschreibungen auf ein Kreditpaket, das drastisch an Wert verloren hat. Wachovia hat die 438.000 Verträge vor zwei Jahren von der kalifornischen Hypothekenbank Golden West Financial übernommen. Der Gesamtverlust daraus belaufe sich inzwischen auf 26 Milliarden Dollar oder umgerechnet 22 Prozent, erklärte Wachovia. Im Juli hatte die Bank dafür noch einen Verlust im Umfang von zwölf Prozent vorhergesagt. Zudem musste Wachovia seine Reserven für faule Kredite kräftig aufstocken und dafür neben Netto-Abschreibungen von knapp 1,9 Milliarden Dollar 6,6 Milliarden Dollar zur Seite legen. Drei Viertel der zusätzlichen Rücklagen von 4,8 Milliarden Dollar seien wegen des kalifornischen Pakets nötig geworden.
Die US-Notenbank hatte kürzlich die rasche Genehmigung der Übernahme Wachovias durch Wells Fargo nach gerade einmal dreitägiger Prüfung mit der prekären Finanzlage des Instituts begründet. Das Geschäft soll bis Jahresende abgeschlossen sein und verdoppelt auf einen Schlag die Größe von Wells Fargo, das sich wie JPMorgan Chase trotz Einbrüchen im abgelaufenen Quartal behauptet hat. Die Bank war nicht so stark in Geschäfte mit Immobilienkrediten und riskanten Anlagen verwickelt wie andere US-Institute. Wells Fargo wird in Zukunft mit 280.000 Beschäftigten und in 6600 Zweigstellen Einlagen von 700 Milliarden Dollar und Vermögenswerte von 1,4 Billionen Dollar verwalten.
Das operative Minus, das alle Sonderposten unberücksichtigt lässt, bezifferte Wachovia für das dritte Quartal auf 4,76 Milliarden Dollar. Das ist ein Fehlbetrag von 2,23 Dollar je Aktie.
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(sueddeutsche.de/Reuters/mel)
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