Einkaufen mit Karte So funktioniert kontaktloses Bezahlen

Die Technik nennt sich Near Field Communication (NFC). Mit immer mehr Kredit- und Girokarten ist dadurch kontakloses Zahlen möglich.

(Foto: dpa)

Zunehmend werden Girocards mit einer Technik ausgerüstet, die Kunden den Einkauf erleichtern soll. Die wichtigsten Fakten.

Von Josefine Lietzau, Finanztip

Lange Schlange an der Kasse. Der eine kramt endlos nach Kleingeld, die nächste hat ihre Pin vergessen - Alltag in deutschen Supermärkten. Eigentlich geht das schneller. Einfach kurz die Karte an ein Gerät halten - piep - fertig. Die Technik hinter dem kontaktlosen Zahlen nennt sich Near Field Communication (NFC). Mit immer mehr Kredit- und Girokarten geht das inzwischen.

Die Methode ist so sicher wie andere Kartenzahlungen und gerade für kleine Summen praktisch. Hier die sechs wichtigsten Fragen und Antworten zum kontaktlosen Bezahlen:

1. Wie erkennt man geeignete Karten und Kassen?

Ob eine Karte NFC-fähig ist, erkennen Verbraucher am aufgedruckten Wellensymbol. Es sieht ähnlich aus wie das Wlan-Symbol auf Laptop oder Smartphone. Um mit dieser Technik bezahlen zu können, muss auch das Kartenlesegerät im Geschäft oder Restaurant NFC-fähig sein. Die Geräte sind mit demselben Symbol gekennzeichnet.

2. Welche Art von Karten erlauben die neue Technik?

Lange gab es in Deutschland nur Kreditkarten, mit denen man kontaktlos bezahlen konnte. Inzwischen ziehen auch die Banken nach: Sie geben Girocards aus (besser bekannt unter ihrem früheren Namen EC-Karte), mit denen das Zahlen kontaktlos funktioniert. Die Sparkassen etwa wollen bis Mitte 2019 die Ausgabe entsprechender Girocards abgeschlossen haben.

3. Braucht man eine Pin?

Ganz kontaktlos ist das Zahlen nur, wenn keine Pin abgefragt wird. Das geht bei Summen bis zu 25 Euro sowohl mit einer NFC-Kreditkarte als auch mit einer Girocard. Visa hat die Grenze bei den Kreditkarten auf 50 Euro erhöht. Ob Kunden diese Maximalgrenze nutzen können, hängt aber von ihrer Bank und dem jeweiligen Geschäft ab. Außerdem kann es vorkommen, dass auch bei Summen unter 25 Euro die Pin abgefragt wird: Von Zeit zu Zeit verlangt das System eine Sicherheitsprüfung.

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4. Können Kartendaten von Fremden ausgelesen werden?

Im Normalfall muss die Karte dicht an das Lesegerät gehalten werden, damit Daten ausgelesen werden können. Kriminelle können unter Umständen mit selbstgebastelten Antennen die Daten einer Kreditkarte auslesen. Die Prüfziffer (steht auf der Rückseite der Karte) lässt sich so aber nicht ermitteln. Sollte es trotzdem jemandem gelingen, mit diesen Teildaten etwas zu kaufen, müssten Kunden den Umsatz sofort reklamieren.

5. Wer haftet bei Verlust der Karte?

Falls die Karte verloren geht oder gestohlen wird, müssen Kunden diese umgehend sperren lassen. Bis dahin haften sie mit maximal 50 Euro, nach dem Sperren gar nicht mehr. Ausnahmen gelten bei grob fahrlässigem Verhalten. Dann haften Verbraucher im kompletten Umfang. Mastercard und Visa befreien ihre Kunden auch vor der Sperrung der Karte von der Haftung (Ausnahme wiederum bei grober Fahrlässigkeit). Bei den Girocards haften die Banken meist ebenfalls vollständig, solange die kontaktlose Zahlung ohne PIN erfolgt ist.

6. Geht kontaktloses Zahlen auch mit Handy?

Schon länger können Kunden nicht nur mit Kreditkarten und Girocards kontaktlos zahlen, sondern auch mit dem Smartphone (Mobile Payment). Dazu muss das Handy NFC-fähig und eine passende App installiert sein. Ein einheitliches Verfahren für die Smartphone-Zahlung hat sich allerdings in Deutschland bisher nicht durchgesetzt.

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