Ziehen die Banken die richtigen Lehren aus ihrem Versagen? Die Selbstreinigung der Banken darf nicht auf halber Strecke enden.
Lange hieß es, Banker müssten sich endlich zu ihren Fehlern bekennen, die eine globale Wirtschaftskrise ausgelöst haben. Derartige Bekenntnisse aber hat es längst reichlich gegeben. Mehr noch: Die internationale Bankenlobby unter Führung von Josef Ackermann hat bereits vor einem Jahr ein Programm zur Selbstreinigung vorgestellt. Darin versprachen die Banken unter anderem, ihre Vergütungssysteme zu überarbeiten und Risiken besser zu managen. Jetzt aber müssen auf Bekenntnisse und Versprechungen Taten folgen. Ziehen die Banken die richtigen Lehren aus ihrem Versagen?
Spaziergänger in Frankfurt am Main: Holen sich die Banker am Ende doch noch eine blutige Nase? (© Foto: Getty)
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Es gibt ermutigende, aber auch alarmierende Anzeichen. Positiv ist, dass offenbar viele Institute ihre Vergütungs- und Risikosysteme überarbeiten. Auch ist die Höhe der Boni zuletzt deutlich gesunken, was vor allem daran liegt, dass die Ergebnisse bei den meisten Banken derzeit keine Erfolgsprämie hergeben. Erst im nächsten Aufschwung wird sich zeigen, ob die Banken bei der Vergütung maßhalten und die Bezahlung stärker an langfristige Erfolge sowie das eingegangene Risiko koppeln. Manches läuft aber schon jetzt in die falsche Richtung: So haben einige Häuser die Festgehälter drastisch erhöht, um geringere Boni auszugleichen. Einen sorgfältigeren Umgang mit Risiken begünstigt das nicht.
Die Reaktion weist auf ein Grundproblem hin: Aus Angst, gute Leute zu verlieren, könnten Banken rasch in alte Fehler verfallen. Ähnliches gilt für das Risikomanagement. Zwar verabschieden sich viele Banken jetzt von riskanten Handelsgeschäften. Doch der Druck zu hohen Renditen bleibt. Wer jetzt glaubt, diese Gewinne bei Privat- oder Firmenkunden holen zu können, dürfte sich bald erneut eine blutige Nase holen.
(SZ vom 15.06.2009/mel)
Griechenland und die Euro-Zone
. . . gute Leute zu verlieren, könnten Banken rasch in alte Fehler verfallen".
Welche guten Leute denn? Die, die das Desaster erst angerichtet haben?
Mir ist bisher seitens der Regierung , außer das man die Managertantiemen kürzen möchte,
keine Maßnahme bekannt geworden, die den Bänkern das Monopoly-Spiel abgewöhnen könnte.
Also Neuanfang und weiter So ?
...das die Banken sich eine interne Erneuerung geben. Zuviele zu Mächtige Leute können dabei nur verlieren. Und wer von Kapitalumlaufrenditen von 25% schwurbelt, nimmt Drogen - ungelogen.
Wo soll denn eine solche Rendite herkommen?
Wenn eine Staatsanleihe schlechter (nicht schlechtester) Bonität höchstens 12-15% bringt, wie sollen dann 25% zustande kommen?
Wer trägt denn die Risiken dafür?
Da werden Revolving Kreditkarten und anderer Quatsch an den Kunden / die Kundin gebracht, Kredite verhökert, kurz alles gemacht, das die Kundschaft in ein Abhängigkeitsverhältnis gerät. Dann hängen Sie nämlich wie der Junkie bei uns an der Nadel und werden entweder bis an Ihr Ende Schulden tilgen oder in die Priovatinsolvenz gehen. Seriöses CRM sieht anders aus...
Interessant, wie man einen Kommentar unter Außerachtlassung sämtlicher Fakten verfassen kann: Mit Risikopapieren wird längst wieder gehandelt. Die Renditevorgaben speziell der Deutschen Bank liegen wieder bei 25 %. Die Banken haben nach wie vor nicht ihre Bilanzen in der Form offen gelegt, daß sich aus ihnen das Maß der faulen Papiere ersehen ließe. Die Bankenaufsicht funktioniert nicht und ist allein mit der HRE überfordert. Die Kreditvergabe stockt. Die Praxis, schlechte Beratung an unverständliche Finanz"produkte" zu koppeln, wird weiter betrieben.
PS: Mir hat die Sparkasse einen Dispokredit angeboten, den ich, wenn ich ihn ausschöpfen würde, NIEMALS zurückzahlen könnte. Wäre ich Muttchen Meier, alleinerziehend und überfordert, und hätte das Geld verkonsumiert, dann wäre ich jetzt drin, in meiner ganz privaten Schuldenfalle.
nennt man also Selbstreinigung. Aus Angst sich nicht mehr selbst bereichern zu können, werden Bankmanager alte Wege beschreiten. Die nächste Weltwirschaftskrise kommt bestimmt; denn es ändert sich gar nichts.
Die nächste Krise wird den ganzen Schwindel offen legen.
Paging