Der Versicherungskonzern Ergo wird drastisch umgebaut. Die Traditionsmarken Victoria und Hamburg-Mannheimer verschwinden. Prominentestes Opfer: der eloquente Herr Kaiser.
Versicherungen verkaufte Herr Kaiser, das war jahrelang so. Auch wenn die Darsteller des eloquenten Versicherungsberaters immer wieder wechselten, das Produkt blieb gleich. Es hieß Hamburg-Mannheimer und war eine der bekanntesten Versicherungsmarken der Republik.
Herr Kaiser wird arbeitslos: Die Hamburg-Mannheimer-Versicherung heißt künftig Ergo. (© Foto: dpa)
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Jetzt muss sich Herr Kaiser einen neuen Job suchen, denn die Hamburg-Mannheimer wird es bald nicht mehr geben. Ebenso wie die Victoria-Versicherung, die jahrelang auf den Trikots des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 warb.
"Aus einer Hand"
Künftig jedoch wird die Rückversicherungsgesellschaft Munich Re Versicherungen für Privatkunden nur noch unter dem Namen Ergo anbieten. Ergo heißt bereits jetzt die Gesellschaft, unter deren Dach sich Victoria und Herr Kaiser tummeln. 20 Millionen Kunden stehen alleine in Deutschland unter Vertrag.
Auslöser für den Markenumbau ist die Insolvenz von Arcandor mit Karstadt und Quelle. Der bereits seit 2002 zur Ergo gehörende Direktversicherer Karstadt-Quelle-Versicherungen wird im ersten Quartal 2010 in Ergo Direkt Versicherungen umbenannt. Hier habe Handlungsbedarf bestanden, hieß es. Dies werde genutzt, um im zweiten Halbjahr 2010 auch den restlichen Marktauftritt zu ändern. Dabei soll der weitgehend unbekannte Firmenname stärker hervorgehoben werden.
Das will sich das Unternehmen in den nächsten Jahren jeweils zweistellige Millionen-Beträge kosten lassen. "Wir machen unseren Kunden bislang nicht klar genug, dass das Rundum-Angebot aus einer Hand stammt", begründete Ergo-Chef Torsten Oletzky den Schritt.
Fusioniert werden unter anderem die Sachversicherer der Victoria, Hamburg-Mannheimer und der Rechtsschutzanbieter DAS zu einer Gesellschaft. Ganz verschwindet die alte Pluralität dennoch nicht. Es wird weiter mehrere Marken geben: die Krankenversicherung tritt weiterhin unter dem Namen DKV auf, der Rechtsschutz wird weiter DAS heißen und ERV steht auch in Zukunft für Reiseversicherungen.
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(sueddeutsche.de/Reuters/tob/mel)
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Fürs über-den-Tisch-ziehen ist jetzt die Humbug Mülleimer an höchsten Regierungsstellen zuständig.
Wie kann man nur so blöd sein, freiwillig und ohne Zwang Marken aufzugeben, die über Jahrzehnte und mit unglaublichem finanziellem Aufwand etabliert worden sind?
In Zeiten, wo Traditionsmarken bedroht sind wie Opel, Karstadt und Quelle und die Kunden nach etwas Vertrautem suchen, da kegelt man mal gleich zwei solcher Marken vom Feld. Strategen allesamt.
Werben dann in der Sportschau-Werbepause zukünftig die putzigen fränkischen Fussballfans mit: Ergo Diregd - ein Unternehmen der Ergo Versicherrungsgrubbe?
"Prominentestes Opfer: der eloquente Herr Kaiser."
Schlage vor Ackermann zu klonen. Die Klone könnten dann in alle Haushalte geschickt werden und dort Vericherungen verkaufen. Und Zertifikate. Und Haarwuchsmittel.