Wlan-Aufzeichnung bei Street-View-Fahrten Google wegen illegalen Datensammelns verurteilt

In den USA sind mehr als 90 Prozent des Straßennetzes erfasst.

(Foto: ag.getty)

E-Mails, Internetadressen, Passwörter: Google sammelte bei den Aufnahmen für seinen Kartendienst Street View unzählige private Daten von Wlan-Nutzern. Aus Versehen, wie der Konzern beteuert. Doch in den USA wurde das Unternehmen nun zu einer Strafe von sieben Millionen Dollar verurteilt.

Der Internetkonzern Google muss wegen des illegalen Sammelns privater Daten sieben Millionen Dollar (5,4 Millionen Euro) Strafe zahlen. Darauf einigte sich das Unternehmen mit den Generalstaatsanwälten von 38 US-Bundesstaaten. Google sicherte außerdem zu, die Datensammlung komplett zu vernichten.

Das Unternehmen hatte bei den Aufnahmefahrten für seinen Straßenfoto-Dienst Street View - nach eigenen Angaben versehentlich - den Datenverkehr ungeschützter drahtloser Netzwerke mitgeschnitten. In diesen Wlan-Daten waren unter anderem E-Mails, Internetadressen und sogar Passwörter zu finden.

"Verbraucher haben eine berechtigte Erwartung von Privatsphäre", erklärte der federführende Staatsanwalt aus Connecticut, George Jepsen. Der Vergleich stelle sicher, dass Google in der Zukunft keine ähnlichen Taktiken mehr anwende, um ohne Zustimmung an persönliche Daten zu gelangen. Das Unternehmen habe sich unter anderem verpflichtet, seine Mitarbeiter entsprechend zu schulen.

"Nicht genutzt" - "Nie betrachtet"

Google erklärte, der Konzern arbeite "hart" am Datenschutz. Die Projektverantwortlichen von Street View "wollten diese Daten nicht, haben sie nicht genutzt und haben sie auch nie betrachtet". Leider hätten die Kontrollen in diesem Fall versagt, sie seien anschließend verbessert worden.

Die Millionenzahlung im Rahmen des ausgehandelten Vergleichs kann Google jedoch leicht verkraften: Bei einem Gewinn vor Steuern von 13,4 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr bräuchte Google nur etwa fünf Stunden, um das Geld hereinzuholen.

Mit dem Vergleich endeten in den USA etwa zweijährige Ermittlungen. Auch in Deutschland war Google wegen der Aufzeichnungen ins Visier der Behörden geraten.