Whatsapp US-Verbraucherschützer wollen Verkauf an Facebook stoppen

Viele Whatsapp-Nutzer verließen den Dienst, als bekannt wurde, dass Facbook den Messaging-Dienst übernehmen will. Nun melden auch US-Verbraucherschützer Datenschutz-Bedenken an und fordern, den Verkauf zu unterbinden.

In den USA wollen zwei Verbraucherschutz-Organisationen, den Verkauf des Kurzmitteilungsdienstes Whatsapp an Facebook auf Eis zu legen. In einer an die für Verbraucherschutz und Fusionskontrolle zuständige Federal Trade Commission (FTC) adressierten Klage verlangten sie am Donnerstag, die Behörde müsse das Geschäft genau prüfen und die Whatsapp-Nutzer davor schützen, dass ihre Daten auf "unfaire und irreführende Weise" gesammelt würden.

Facebook könnte die Daten für Werbezwecke nutzen - Whatsapp habe aber seine Nutzer mit genau dem Argument gewonnen, die Daten nicht zu Werbezwecken zu verwenden. Facebook hatte Mitte Februar den Kauf von Whatsapp für insgesamt 19 Milliarden Dollar (fast 14 Milliarden Euro) angekündigt.

Die beiden Gruppen, die nun Beschwerde bei der FTC einlegten, sind das Informationszentrum für elektronische Privatsphäre und das Zentrum für Digitale Demokratie. Sie beriefen sich auf einen Blogeintrag von Whatsapp-Gründer Jan Koum, der 2009 versichert hatte, "Whatsapp wird Deine persönlichen Daten niemals an irgendjemanden verkaufen. Punkt."

Nach Einschätzung von Analysten muss Facebook den gigantischen Preis für WhatsApp auf irgendeine Weise wieder hereinholen - sei es durch neue Angebote für seine Nutzer oder indem es die Daten der Whatsspp-Nutzer zu Geld macht. Der Kurzmitteilungsdienst ist derzeit noch im ersten Jahr gratis, danach kostet er pro Jahr weniger als einen Euro.